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	<title>Motorrad Weltreise - Normen unterwegs</title>
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		<title>Normens Weltreise 91 – Das Übliche</title>
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		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 08:29:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ratapinada</dc:creator>
				<category><![CDATA[Südamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[Normens Weltreise 91 – Das Übliche Mail vom 15. Februar 2010 Das Neue, das Unbekannte, das Aha-Erlebnis einer einzigartigen Erfahrung – genau das ist es, was eine Reise ausmacht. Theoretisch, denn praktisch kann auch etwas vertrautes recht angenehm sein. In meinem Fall ein weiteres Rennen mit Pato und seinem Don-Roque-Team, das Übliche halt. Überraschungen sind [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Normens Weltreise 91 – Das Übliche<br />
Mail vom 15. Februar 2010</p>
<p><img class="icon" title="icon.jpg" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2006/11/icon.jpg" alt="icon.jpg" width="58" height="80" />Das Neue, das Unbekannte, das Aha-Erlebnis einer einzigartigen Erfahrung – genau das ist es, was eine Reise ausmacht. Theoretisch, denn praktisch kann auch etwas vertrautes recht angenehm sein. In meinem Fall ein weiteres Rennen mit Pato und seinem Don-Roque-Team, das Übliche halt.</p>
<p>Überraschungen sind schön. Noch vor wenigen Minuten wusste ich noch nicht einmal, ob ich ueberhaupt jemanden in Arrecifes antreffen würde, den ich kenne.</p>
<p><a rel="lightbox" href="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_91_Uebliches-1lig.jpg"><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_91_Uebliches-1gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_91_Uebliches-1gr.jpg" alt="Norm_Mail_91_Uebliches-1gr" width="430" height="320" /></a>Und jetzt sitze ich in einem riesigen LKW mit einem Rennwagen samt Werkstatt und freue mich einfach darüber, unter Menschen zu sein, die mich bereits kennen. Nach ein paar <span id="more-2048"></span>Stunden Plauderei mit dem Team, das schon fünf Tage vor dem eigentlichen Rennen mit den Vorbereitungen beginnt, ertappe ich mich mit dem Gedanken, warum ich in letzter Zeit immer mehr dazu neige, mich in vertrautes Umfeld zu begeben. Während ich ursprünglich immer drauf und dran war, weiterzufahren, für mich unbekanntes Gebiet kennen zu lernen und nur ein paar Wochen an einem Ort zu bleiben, ziehe ich es derzeit vor, mich mit den Leuten zu treffen, die ich bereits kenne. Gerne auch ein paar Monate.</p>
<p>Bin ich reisemüde? Vielleicht. Scheint eine Phase zu sein, die mal kommt und wieder geht. Vor einigen Jahren hatte ich ein solches Gefühl in Südafrika schon einmal. Und mit dem Flug nach Argentinien änderte sich dieser Zustand innerhalb kürzester Zeit, als plötzlich und unausweichlich ein neues Land, eine neue Sprache, ja, ein ganz neuer Kontinent vor mir lag. Alles war neu, ich kannte niemanden und musste mich irgendwie verständigen. Nun aber bin ich schon das vierte Mal nach Argentinien eingereist, spreche inzwischen ein wenig Spanisch und so langsam fühle ich mich hier sicher und heimisch. Daran muss es liegen, denn Heimweh ist es garantiert nicht.</p>
<p><a rel="lightbox" href="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_91_Uebliches-2lig.jpg"><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_91_Uebliches-2gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_91_Uebliches-2gr.jpg" alt="Norm_Mail_91_Uebliches-2gr" width="430" height="320" /></a>Nach unsere Ankunft in San Luis, bauen wir das Motorhome auf und schieben Patos Torino-Rennwagen in die Boxengasse. Ein paar Tonnen Werkzeug, Reifen und Ersatzteile kommen noch hinzu, Deko, Fernseher und Monitore werden verkabelt und aufgehängt, fertig ist die Box für das Wochenende. Natürlich gehen wir gemeinsam aus, essen die üblichen herrlichen Fleischgerichte und haben Spaß wie immer, da meine erzählten Geschichten in grausamer spanischer Verpackung wahrscheinlich lustiger klingen, als sie es jemals waren. Das Übliche halt. Aber schön zu wissen, dass ich auch auf Spanisch für Unterhaltung sorgen kann.</p>
<p>Im Laufe des nächsten Tages tauchen immer mehr Leute aus dem Team auf, die mir vertraut sind. Die gesamte Belegschaft aus Firmat, sprich Mariana Vassalli, die Sponsorin und Copilotin und ihre Gefolgschaft. Als am Abend dann auch noch Pato Di Palma auftaucht, ist das Team vollständig. Alle freuen sich, mich nach vielen Monaten wieder zu sehen. Mir geht es ähnlich, aber auch jetzt bemerke ich, dass es mir weniger um das Rennen und das Drumherum geht, als um die Tatsache, mit einem Haufen relativ neuer Freunde eine schöne Zeit zu verbringen.</p>
<p><a rel="lightbox" href="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_91_Uebliches-3lig.jpg"><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_91_Uebliches-3gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_91_Uebliches-3gr.jpg" alt="Norm_Mail_91_Uebliches-3gr" width="430" height="320" /></a>Und genau das ist hier so einfach: Ich muss mich um nichts kümmern! Auf Reisen ist es umgekehrt, dann beschäftigt man sich automatisch mit folgenden Fragen: Wo übernachte ich? Wo geht’s als nächstes hin? Gibt es dort Benzin? Was werde ich essen? Wie sieht die Wetterlage aus? All das erübrigt sich, wenn man sich so wie ich in die Hände eines Teams begibt, dass professionell um die Meisterschaft fährt. Ich schlafe in einem der beiden Motorhomes, bleibe fünf Tage am Stück in San Luis auf der Rennstrecke, muss mich nicht um das Motorrad kümmern, werde vom Catering des Teams versorgt und das Wetter ist mir völlig egal. Umso schöner, wenn dann auch noch konsequent die Sonne scheint.</p>
<p>Wahnsinn, Pato hat beim ersten Training am Freitag ein paar sensationelle Rundenzeiten in den Asphalt geballert. Auch beim ersten Qualifying am Samstag sieht es lange nach einer Führung aus, doch am Ende steht er „nur“ auf Platz 5. der Startaufstellung. Nicht schlecht bei insgesamt 44 Fahrzeugen am Start. Dennoch ist die Stimmung gut. Pato hat ein gutes Gefühl, freut sich über das perfekte Handling des Torinos. Beim Radio-Interview nimmt mich Pato mit und gibt dem Sender zu verstehen, dass nicht nur er eine Story wert ist, erklärt kurz meine Anwesenheit und lacht sich über meine offenbar lustig klingenden Antworten, auf für mich kaum verständliche spanische Fragen, kaputt.</p>
<p><a rel="lightbox" href="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_91_Uebliches-4lig.jpg"><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_91_Uebliches-4gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_91_Uebliches-4gr.jpg" alt="Norm_Mail_91_Uebliches-4gr" width="430" height="320" /></a>Das alles hat nur noch indirekt mit Reisen zu tun. Klar, ich befinde mich im entfernten Ausland, erlebe hautnah Argentiniens höchste Motorsport-Kategorie und Dinge, mit denen ich niemals gerechnet hätte. Dennoch könnte man auch Stillstand dazu sagen, denn dies ist das dritte Rennen. Reisestillstand. Grund sich deshalb schlecht zu fühlen? Nein, nur erfüllt man damit nicht gerade die Erwartungen derer, die glauben, eine Weltreise stünde nur mit dauerhaftem Vorwärtsdrang in Verbindung.</p>
<p>Die Spannung steigt. Pato hat beim Warm-Up am Sonntag soeben Bestzeit gefahren. Die beiden Chefmechaniker Dino und Pelado stehen ebenso unter Druck, da sie nun sicherstellen sollen, dass ab jetzt auch alles so bleibt und überprüfen alles doppelt und dreifach. Mein Beitrag zum Gelingen des Wochenendes sind zwei Bayer-04-Aufkleber, die farblich hervorragend mit der Don-Roque-Sponsor-Lackierung harmonieren. Sie sollen Glück bringen, dabei weiß bei uns doch jeder, dass Leverkusener Fußballer – wenn’s drauf ankommt – zum Schicksal des ewigen Zweiten verflucht sind. Aber das sag ich denen nicht.</p>
<p><a rel="lightbox" href="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_91_Uebliches-5lig.jpg"><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_91_Uebliches-5gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_91_Uebliches-5gr.jpg" alt="Norm_Mail_91_Uebliches-5gr" width="430" height="320" /></a>Das Rennen beginnt. Pato kann beim Start zwei Plätze gut machen und schon innerhalb der ersten Runde überholt er zwei weitere Konkurrenten. Damit liegt er auf zweiter Position und muss sich nur noch den führenden schnappen. Aber genau das klappt auf Anhieb nicht. Ich hätte wohl besser die beiden Bayer-Aufkleber, die ja standesgemäß für einen zweiten Platz garantieren, nicht auf die Motorhaube geklebt. Egal, Pato kämpft ungefähr 25 Runden lang um die Führung, kann auf der Start-Ziel-Geraden jedes Mal aufs neue auf den Chevrolet des Führenden einholen, sich ihm auf bis auf gleicher Höhe nähern, muss aber dann vor der Kurve zurückstecken, da er auf der Außenseite und damit nicht auf der Ideallinie ist.</p>
<p>In der vorletzten Runde dann die Sensation: Pato hat die Kurve vor der langen Geraden so dicht im Windschatten gehangen, dass er diesmal deutlich früher neben seinem Konkurrenten auftaucht. Cool wie Pato ist, winkt er ihm beim Überholen auch noch zu, was den Zuschauern daheim dank der zahlreichen Kameras an Board gefällt und in der Box für einen Jubel sorgt. Die letzte Runde fährt er Kampflinie und verteidigt seinen ersten Platz. Als sein Wagen in den Parc-Fermé kommt, weiß ich warum er gewonnen hat: die Bayer-Aufkleber sind weg, wurden von Fahrtwind und Luftwirbeln abgerissen!</p>
<p><a rel="lightbox" href="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_91_Uebliches-6lig.jpg"><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_91_Uebliches-6gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_91_Uebliches-6gr.jpg" alt="Norm_Mail_91_Uebliches-6gr" width="430" height="320" /></a>Die Stimmung könnte logischerweise nicht besser sein. Die Crew fällt sich in die Arme, es gibt Champagner für alle, Pato hat während der Siegerehrung Tränen in den Augen, die Fotografen stürzen sich auf unsere Box, die Pressekonferenz ist ein Knaller, die Fans singen und hupen im Takt, überall sind plötzlich Torino-Fahnen zu sehen. Pato freut sich wie ein kleines Kind und sagt mir kurz vor seiner Abreise, dass ich auf alle Fälle noch ein paar von diesen Aufklebern bis zum nächsten Rennen besorgen soll. Die Sticker oder ich hätten ihm Glück gebracht. Und davon hat man bekanntlich nie genug. Stimmt, denn als wir am Abend im Truck mit dem Gewinner-Wagen die Heimreise antreten, streikt der Mercedes LKW. Doch kein Problem, schließlich befinden sich eine komplette Werkstatt sowie sechs Mechaniker unter den Passagieren – in 15 Minuten ist das Problem gefunden und repariert.</p>
<p>Am folgenden Morgen stehe ich wieder auf dem Hof der Di Palmas in Arrecifes, wo meine Yamaha parkt. Wo es als nächstes hingehen soll, fragen mich Dino und Pato. „Keine Ahnung, Ihr wisst, doch, irgendwie ergibt sich schon die Richtung und ein neues Ziel“, antworte ich Ihnen.</p>
<p>„Gut, solange Du noch überlegst, kannst Du ja auch weiterhin im Motorhome wohnen. Zwei Wochen hast Du, dann geht’s zum nächsten Rennen!“ – Das sollte reichen. Ich freue mich schon wieder über diesen Zustand: Schon wieder habe ich eine interessante Bleibe. Habe ein kleines Schlafzimmer, ein eigenes Bad, eine Werkstatt und eine Küche. Warum es mir so gefällt? Das Übliche halt, alles kommt mir sehr vertraut vor…</p>
<p>Normen</p>
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		<title>Mail90 &#8211; Basta</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 08:22:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ratapinada</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Normens Weltreise 90 – Basta Mail vom 17. Januar 2010 Alles kann, nichts muss – könnte da die Antwort lauten. Denn konkrete Regeln, was eine Weltreise beinhaltet, was man erleben sollte, wie viel Zeit man jeweils an einem Ort verbringt und wo man gewesen sein muss, fehlen. Insofern ist jede Reise eine persönliche Sache. Regeln [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Normens Weltreise 90 – Basta<br />
Mail vom 17. Januar 2010</p>
<p><img class="icon" title="icon.jpg" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2006/11/icon.jpg" alt="icon.jpg" width="58" height="80" /></p>
<p>Alles kann, nichts muss – könnte da die Antwort lauten. Denn konkrete Regeln, was eine Weltreise beinhaltet, was man erleben sollte, wie viel Zeit man jeweils an einem Ort verbringt und wo man gewesen sein muss, fehlen.</p>
<p>Insofern ist jede Reise eine persönliche Sache. Regeln bestimmt jeder selbst, niemand kann einem „falsches“ Reise vorwerfen.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_90_Basta-1_04gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_90_Basta-1_04gr.jpg" alt="Norm_Mail_90_Basta-1_04gr" width="430" height="320" />Das ist auch gut so, denn sonst würde sich jeder Reisebericht nur durch andere <span id="more-2008"></span>Fotos unterscheiden. Entscheidend bleibt, dass man sich am Ende des Tages wohl fühlt und sich auf einen weiteren, angenehmen oder gar aufregenden Tag in der Ferne freut. Ist das gegeben, hat man auf seiner Reise alles richtig gemacht.</p>
<p>Mein Motorrad parkt in Marios Garage, als ich in seinen Mercedes einsteige. Mit Klimaanlage auf Vollgas verlassen wir mit seiner Frau Gabriela und den beiden Kindern das vor Hitze fast schmelzende Buenos Aires Richtung Westen. Ziel ist die kleine Ortschaft San Nicolas, rund 200 Kilometer von der Hauptstadt entfernt, wo sie sich mit Gabrielas-Schwester und deren Familie ein hübsches Gästehaus teilen. Hauptattraktion ist neben dem schönen Garten selbstredend der Pool, der nicht nur angenehm groß, sondern vor allem besonders kühl ist. Ein Tag mit kleinen Snacks, kleinen Mopeds, Erholung, Entspannung, Rasenmähen ist da schnell vorbei.</p>
<p><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_90_Basta-1_01" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_90_Basta-1_01.jpg" alt="Norm_Mail_90_Basta-1_01" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_90_Basta-1_02" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_90_Basta-1_02.jpg" alt="Norm_Mail_90_Basta-1_02" width="210" height="157" /><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_90_Basta-1_03gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_90_Basta-1_03gr.jpg" alt="Norm_Mail_90_Basta-1_03gr" width="430" height="320" />Den Abend verbringen wir natürlich bei Gabrielas-Schwester, die nur wenige Kilometer mit ihrer Familie in dem kleinen Ort San Nicolas wohnt. Allein anhand der geografischen Lage lässt sich vorausbestimmen, was es abends zu essen gibt: Asado, sprich: den Mega-Grillabend. Wir sind schließlich in Argentinien, wo es keine Alternativen zum Grillfleisch gibt, wenn mehr als drei Menschen zum Essen zusammenkommen. Das ist logischerweise keine Kritik, sondern lediglich eine Feststellung, denn jeder Fleischfresser wird spätestens dort merken, dass es die Menschen hier zweifellos verstehen, die Steaks und anderen Teile des Rinds so zuzubereiten, wie man es sein Leben lang daheim nie für möglich gehalten hat.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_90_Basta-2_01gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_90_Basta-2_01gr.jpg" alt="Norm_Mail_90_Basta-2_01gr" width="430" height="320" />Ich frag mich inzwischen übrigens nicht mehr, woran es liegt, dass das Fleisch hier so lecker schmeckt. Es ist einfach besser, Basta! Basta ist nebenbei tatsächlich ein spanisches Wort und bedeutet nichts anderes als bei uns: Schluss jetzt! In meiner Kindheit habe ich es mehrmals gehört, aber nie wirklich verstanden, wo es eigentlich herkam. Was ich auch nie verstanden habe und ebenfalls an diesem Abend ein unterhaltsames Thema ist, sind die Bezeichnungen der argentinischen Fußballmannschaften.</p>
<p><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_90_Basta-2_02" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_90_Basta-2_02.jpg" alt="Norm_Mail_90_Basta-2_02" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_90_Basta-2_03" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_90_Basta-2_03.jpg" alt="Norm_Mail_90_Basta-2_03" width="210" height="157" /><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_90_Basta-2_04gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_90_Basta-2_04gr.jpg" alt="Norm_Mail_90_Basta-2_04gr" width="430" height="320" />Wie kommt man darauf? Nun, der Fernseher läuft und ab und zu freuen sich die Gastgeber über den aktuellen Spielstand. Ich frage, wer denn gerade gegen wen spielt und bekomme folgende Antwort:</p>
<p>Internacional gegen Estudiantes!</p>
<p>Heißt das konkret übersetzt, da spielt eine internationale Truppe gegen eine Mannschaft von Studenten? Nicht gerade sehr fair. Grosses Gelaechter setzt ein, denn aus dieser Sichtweise haben es die Einheimischen noch nie betrachtet. Aber es wird noch besser, denn im Anschluss werden Nacional gegen Miami spielen! Cool, die argentinische Nationalmannschaft gegen einen Fußballclub aus Miami. Wieder falsch. Beides sind ganz normale Clubs aus dem Inland.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_90_Basta-4_01gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_90_Basta-4_01gr.jpg" alt="Norm_Mail_90_Basta-4_01gr" width="430" height="320" />Während bei uns klassischerweise der Name der Stadt des Vereins im Clubnamen auftaucht, ist das hier offensichtlich nicht der Fall. Die gesamte Runde erklärt mir, dass das europäische Prinzip in einer Stadt wie Buenos Aires ja auch nicht funktionieren könne, da in der hiesigen Bundesliga allein sieben von 20 Mannschaften direkt aus der Hauptstadt stammen und weitere drei aus den Randgebieten. Weil also nicht alle „FC Buenos Aires“ heißen können, haben die und andere einfach das gewählt, was ihnen am besten in den Kram passt, warum auch immer:</p>
<p>Argentinos Juniors = Argentinische Junioren<br />
Arsenal FC       = Gibt’s nicht nur in England<br />
Boca Juniors    = Mund-Junioren<br />
Gimnasia    = Sporthalle<br />
Independiente  = Unabhängig<br />
Old Boys    = Alte Jungen<br />
Racing Club    = Renn-Verein<br />
River Plate    = Fluss-Platte</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_90_Basta-4_02gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_90_Basta-4_02gr.jpg" alt="Norm_Mail_90_Basta-4_02gr" width="430" height="320" />Man stelle sich in dieser Form einfach mal einen Samstagnachmittag vor dem Radio vor, wenn die Bundesliga-Konferenz übertragen wird: „Beim Spitzenspiel der alten Jungs gegen die Sporthalle steht es noch immer 1:1, während der Renn-Verein bei der Fluss-Platte überraschend mit 2:0 führt. Etwas lustlos wirken die Argentinischen Junioren bei den gegnerischen Mund-Junioren. Soeben fällt das 3:2 bei den Unabhängigen gegen Arsenal!“ – Das wäre nicht nur bescheuert, es klingt auch so.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_90_Basta-4_03gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_90_Basta-4_03gr.jpg" alt="Norm_Mail_90_Basta-4_03gr" width="430" height="320" />Ähnlich bekloppt dürfte es allerdings genauso für Ausländer klingen, wenn in Deutschland eine Aspirin-Fabrik (Bayer) gegen ein Bundesland spielt (Bayern). In der zweiten argentinischen Liga wird es nicht besser, dort treffen nämlich unter anderem die Handwerker auf Atlanta, die „Vereinigten Münder“ (Bocas Unidos) auf die „Alles Jungs“ (All Boys), Neu-Chicago auf die Kollegen und die Spanischen Sportlichen (Deportivo Espanol) auf die Anden (Los Andes). Basta!</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_90_Basta-4_04gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_90_Basta-4_04gr.jpg" alt="Norm_Mail_90_Basta-4_04gr" width="430" height="320" />Mein einziger Besuch eines Fußballspiels in Buenos Aires führte mich zusammen mit Esekiel zu seinem Lieblingsclub „Velez“, was mir damals zumindest vertraut vorkam, da ich in gleichnamiger Strasse wohnte. Den seltsamen Namen des Gegners, irgendein „Athletischer Club“, habe ich vergessen, war aber ganz sicher ein weiterer der zehn Vereine aus der Nachbarschaft.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_90_Basta-3_02gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_90_Basta-3_02gr.jpg" alt="Norm_Mail_90_Basta-3_02gr" width="430" height="320" /><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_90_Basta-3_01" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_90_Basta-3_01.jpg" alt="Norm_Mail_90_Basta-3_01" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_90_Basta-3_03" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_90_Basta-3_03.jpg" alt="Norm_Mail_90_Basta-3_03" width="210" height="157" /><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_90_Basta-3_04gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_90_Basta-3_04gr.jpg" alt="Norm_Mail_90_Basta-3_04gr" width="430" height="320" /><img class="alignnone size-full wp-image-2029" title="Norm_Mail_90_Basta-5_01" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_90_Basta-5_01.jpg" alt="Norm_Mail_90_Basta-5_01" width="210" height="157" />Nach ein paar Tagen in San Nicolas, diversen Ausflügen in die nähere Umgebung, einigen Motorbootfahrten auf dem Rio de la Plata inklusive Wasserski-Action, fahren wir gemeinsam zurück nach Buenos Aires. Mario und Gabriela müssen nach dem langen Wochenende zurück zur Arbeit, die Kinder in die Schule und ich fahr einfach mal ganz krass mit Gepäck beladen auf der Tenere los. So als würde ich eine Reise machen. Mein Ziel ist spontan gewählt: Arrecifes. Pato, der Rennfahrer hat mir damals mal gesagt, ich könne jederzeit vorbeikommen, wenn ich in der Nähe bin. Im Moment bin ich natürlich nicht in der Nähe, aber nach nur drei Stunden Fahrtzeit Richtung Nordwesten bin ich es: Ich stehe auf dem Hof des Don-Roque-Rennteams, die bei meiner Ankunft gerade Patos Rennwagen in den LKW schieben.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_90_Basta-5_04gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/02/Norm_Mail_90_Basta-5_04gr.jpg" alt="Norm_Mail_90_Basta-5_04gr" width="430" height="320" />„Hola Normen! Du kommst gerade noch rechtzeitig“, ruft mir Pelado zu, „in fünf Minuten hättest Du uns verpasst. Also park Deine Yamaha in der Werkstatt und nimm Dein Gepäck mit, wir fahren jetzt zum Rennen nach San Luis und Du kommst im LKW einfach mit, basta!“</p>
<p>Normen</p>
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		<title>Mail89 &#8211; Ria-Reien</title>
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		<pubDate>Sat, 16 Jan 2010 08:24:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ratapinada</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Normens Weltreise 89 – Ria-Reien Mail vom 03. Januar 2010 Wenn Dinge sich wiederholen, wird es langweilig. Für den Leser, aber auch für mich. Es sei denn, die Dinge sind in irgendeiner Form aufregend, was sie im Folgenden aber nicht sind. In meinem Fall bedeutet dies, dass ich schon wieder ins Ausland muss, weil mein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Normens Weltreise 89 – Ria-Reien<br />
Mail vom 03. Januar 2010</p>
<p><img class="icon" title="icon.jpg" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2006/11/icon.jpg" alt="icon.jpg" width="58" height="80" />Wenn Dinge sich wiederholen, wird es langweilig. Für den Leser, aber auch für mich. Es sei denn, die Dinge sind in irgendeiner Form aufregend, was sie im Folgenden aber nicht sind. In meinem Fall bedeutet dies, dass ich schon wieder ins Ausland muss, weil mein Visum abläuft.Regelmäßige Leser wundern sich wohlmöglich, dass dies schon wieder soweit ist, was aber nur daran liegt, dass wochenlanges Nichtstun auch nicht zu einer Veröffentlichung taugt und somit quasi in Zeitraffer die Abenteuer-Highlights im Heft landen.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_89_RIA-6_4gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/01/Norm_Mail_89_RIA-6_4gr.jpg" alt="Norm_Mail_89_RIA-6_4gr" width="430" height="320" />Tatsache bleibt jedoch, dass ich <span id="more-1972"></span>Argentinien mitsamt meiner Yamaha verlassen muss, um anschließend wieder zurückzukommen – mit drei weiteren gemütlichen Monaten im Land.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_89_RIA-1_3gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/01/Norm_Mail_89_RIA-1_3gr.jpg" alt="Norm_Mail_89_RIA-1_3gr" width="430" height="320" /><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_89_RIA-1_1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/01/Norm_Mail_89_RIA-1_1.jpg" alt="Norm_Mail_89_RIA-1_1" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_89_RIA-1_4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/01/Norm_Mail_89_RIA-1_4.jpg" alt="Norm_Mail_89_RIA-1_4" width="210" height="157" /><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_89_RIA-1_2gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/01/Norm_Mail_89_RIA-1_2gr.jpg" alt="Norm_Mail_89_RIA-1_2gr" width="430" height="320" />Was bietet sich von Buenos Aires also eher an, als mal eben vom Hafen der Hauptstadt mit einer Fähre nach Uruguay rüberzujetten? Das geht einfach, dauert nicht lange, kostet wenig und eine kurze Schiffsreise über den braunen Rio de la Plata gibt’s noch oben drauf. Das langweilige an der Sache ist, dass ich genau das schon mal gemacht habe. Folglich erwartet mich nichts unbekanntes, im Gegenteil, ich weiß, dass die Einreiseformalitäten für Uruguay noch in Argentinien erledigt werden und dass man nach Ankunft locker das Schiff verlassen kann, ohne in diversen und meist unüberschaubaren Zoll-Hütten mehrere Stunden zu verbringen. Uruguay ist und bleibt in meinen Augen der organisierteste Staat in Südamerika.</p>
<p>Als ich an Bord der Fähre meinen Pass studiere, genieße ich die Tatsache, dass sich neben dem Ausreisestempel von Argentinien bereits ein Einreisestempel von Uruguay befindet, obwohl ich mich noch im Nachbarland befinde. Das Ziel des Ausflugs ist damit fast schon erreicht: die korrekten Stempel in richtiger Reihenfolge, um am Ende wieder dort sein zu dürfen, wo man hin will.</p>
<p><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_89_RIA-2_2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/01/Norm_Mail_89_RIA-2_2.jpg" alt="Norm_Mail_89_RIA-2_2" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_89_RIA-2_3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/01/Norm_Mail_89_RIA-2_3.jpg" alt="Norm_Mail_89_RIA-2_3" width="210" height="157" /><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_89_RIA-2_1gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/01/Norm_Mail_89_RIA-2_1gr.jpg" alt="Norm_Mail_89_RIA-2_1gr" width="430" height="320" /><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_89_RIA-2_4gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/01/Norm_Mail_89_RIA-2_4gr.jpg" alt="Norm_Mail_89_RIA-2_4gr" width="430" height="320" />Für den Abend ist die Rückreise mit der so genannten „Buquebus“-Fähre geplant, sodass ich mich im Hafen von Colonia einen Tag lang mit irgendwas beschäftigen muss, bevor es wieder nach Buenos Aires geht. Beste Gelegenheit also, mich endlich einmal einer Kleinigkeit zu widmen, die andere Reisende missachten, Einheimische nicht bemerken und dem Rest der Welt vollkommen egal ist: Geschäfte, deren Namen auf das Wort „ria“ enden.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_89_RIA-6_3gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/01/Norm_Mail_89_RIA-6_3gr.jpg" alt="Norm_Mail_89_RIA-6_3gr" width="430" height="320" /><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_89_RIA-6_2gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/01/Norm_Mail_89_RIA-6_2gr.jpg" alt="Norm_Mail_89_RIA-6_2gr" width="430" height="320" /><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_89_RIA-6_1gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/01/Norm_Mail_89_RIA-6_1gr.jpg" alt="Norm_Mail_89_RIA-6_1gr" width="430" height="320" />Spontan übersetzt bedeutet dies „rei“, bekannt aus der Metzgerei, der Bäckerei, der Bücherei und so weiter. Allerdings entsteht der Eindruck, als gäbe es hier weitaus mehr „rias“, als „reien“ bei uns. OK, Laptop auspacken, Bierchen bestellen und den Tag am Meer beim Verfassen dieser Geschichte genießen.</p>
<p>Klar, es bedarf an dieser Stelle einiger Erklärungen, wobei die Begriffe in Klammern die sind, die gemeint waren:</p>
<ul>
<li>Confiteria    = Konditorei</li>
<li>Carniceria    = Fleischerei</li>
<li>Libreria    = Bücherei (Buchladen)</li>
<li>Lavanderia    = Wäscherei</li>
</ul>
<p>Gut, die oben genannten kennt man ja noch von Zuhause. Bei den folgenden ist das nicht unbedingt mehr der Fall, vor allem, wenn man es zu wörtlich nimmt:</p>
<ul>
<li>Hamburgueseria = Hamburgerei (Imbissbude)</li>
<li>Panaderia    = Broterei (Bäckerei)</li>
<li>Ganaderia    = Rinderei (Landwirt mit Rindern)</li>
<li>Lecheria    = Milcherei (Landwirt mit Milchkühen)</li>
<li>Pintureria    = Farberei (Laden mit Farben)</li>
<li>Gomeria    = Reiferei (Reifenhaendler)</li>
<li>Bicicleteria    = Fahrräderei (Werkstatt für Fahrräder)</li>
<li>Joyeria    = Juwelierei &#8211; keine Spaßerei (vgl. engl.)</li>
<li>Jugueteria    = Spielzeugerei (Spielzeuggeschäft)</li>
<li>Polleria    = Hähnchenerei (Hähnchen-Restaurant)</li>
<li>Roperia    = Kleiderei (Boutique)</li>
<li>Relojeria    = Uhrerei (Werkstatt)</li>
<li>Cocheria    = Autorei (Parkplatz für Autos)</li>
<li>Regaleria    = Geschenkerei (Geschenkladen)</li>
<li>Manteleria    = Tischdeckerei (Geschäft für Tischdecken)</li>
<li>Marroquineria    = Lederei (Lederverarbeitung)</li>
<li>Loneria    = Zeltplanerei (Laden für robuste Planen)</li>
<li>Rotiseria    = Drehfleischerei (Gegrilltes Fleisch am Spieß)</li>
<li>Fruteria    = Früchterei (Obstladen)</li>
<li>Hojalateria    = Blecherei (Blechverarbeitung)</li>
<li>Lenceria    = Unterwäscherei (Unterwäsche-Shop)</li>
<li>Peluqueria    = Friseurerei (Friseur-Salon)</li>
<li>Herreria    = Metallbearbeiterei / Hufschmiederei</li>
<li>Buloneria    = Schrauberei (Schrauben-Fachladen)</li>
<li>Ferreteria    = Metallbauerei (Metallwaren-Geschäft)</li>
<li>Vidrieria    = Glaserei (Glaser)</li>
</ul>
<p><a rel="lightbox" href="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/01/Norm_Mail_89_RIA-3_1lightbo.jpg"><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_89_RIA-3_1gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/01/Norm_Mail_89_RIA-3_1gr.jpg" alt="Norm_Mail_89_RIA-3_1gr" width="430" height="320" /></a><a rel="lightbox" href="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/01/Norm_Mail_89_RIA-4_1lightbo.jpg"><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_89_RIA-4_1gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/01/Norm_Mail_89_RIA-4_1gr.jpg" alt="Norm_Mail_89_RIA-4_1gr" width="430" height="320" /></a><a rel="lightbox" href="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/01/Norm_Mail_89_RIA-5_1lighbox.jpg"><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_89_RIA-5_1gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2010/01/Norm_Mail_89_RIA-5_1gr.jpg" alt="Norm_Mail_89_RIA-5_1gr" width="430" height="320" /></a>Man erkennt, dass der Spanier als solcher in Südamerika die dollsten Geschäfte führt, und das es gegenüber unseren „reien“ eine deutliche „ria“-Dominanz gibt. Bestens vorbereitet für den nächsten Spanien-Urlaub, bezahle ich „Nix“, eine üble Sprite-Simulation und fahre zur Fähre, um wenig später meine Reise durch Argentinien fortsetzen zu können. Nach Ankunft bleibe ich noch ein paar Tage bei Familie Meta, verabschiede mich von Moto-Fox-Pablo und Marito bittet mich spontan, doch noch ein paar Tage mit ihm aufs Land zu fahren, wo man es sich so richtig gut gehen lassen kann, bevor die Reise weitergeht. Das klingt gut. Noch mal richtig entspannen, bevor mein Urlaub weitergeht. Herrlich. Da fahr ich mit.</p>
<p>Normen</p>
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		<title>Mail88 – Feierabend</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Nov 2009 10:31:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ratapinada</dc:creator>
				<category><![CDATA[Südamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[Normens Weltreise 88 – Feierabend 88. Feierabend, (6 Fotos), Mail vom 15. November 2009 Niemand ruft, aber dennoch möchte ich zurück nach Buenos Aires. Genaue Gründe fehlen mir zwar, aber werden mich nicht von einer Reise ins rund 2000 Kilometer entfernte Großstadtgetümmel abhalten. Aber keine Autobahnen sollen mich in den Süden führen, nein, Nebenstraßen der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Normens Weltreise 88 – Feierabend<br />
88. Feierabend, (6 Fotos), Mail vom 15. November 2009</p>
<p><img class="icon" title="icon.jpg" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2006/11/icon.jpg" alt="icon.jpg" width="58" height="80" />Niemand ruft, aber dennoch möchte ich zurück nach Buenos Aires. Genaue Gründe fehlen mir zwar, aber werden mich nicht von einer Reise ins rund 2000 Kilometer entfernte Großstadtgetümmel abhalten. Aber keine Autobahnen sollen mich in den Süden führen, nein, Nebenstraßen der schlechtesten Sorte. Erneut verspreche ich mir davon – völlig unbegründet – interessantere Perspektiven oder gemütlichere Leute am Wegesrand.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_88_Feierabend-2-1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-2-1.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-2-1" width="430" height="320" />Lohn dieses Unterfangens sind endlich mal wieder Campingnächte am Waldrand oder neben Tankstellen, an denen einfach nix los ist, aber von <span id="more-1941"></span>Dusche bis Abendessen alles vorhanden ist. Inklusive dem nächtlichen Regen versteht sich. Beschwerden will ich mich damit natürlich nicht, denn stark campingorientiert fing meine Reise ja mal an, wobei ich die Vorzüge der zahlreichen Gästehäuser und Betten in den letzten Jahren nicht leugnen will. Man wird halt doch irgendwie älter – und damit gemütlicher, auch wenn ich das kaum zugeben will. So ein Feierabend im gemütlichen Zelt ist und bleibt dennoch immer wieder aufs Neue was Schönes.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_88_Feierabend-1-2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-1-2.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-1-2" width="430" height="320" /><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_88_Feierabend-1-1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-1-1.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-1-1" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_88_Feierabend-1-3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-1-3.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-1-3" width="210" height="157" />Nun ja, ein paar Tage später auf meiner ziellosen Mission fällt mir beim Blick auf die Karte wieder ein, was ich machen soll, wenn ich mal in der Nähe bin: vorbeischauen. Genauer gesagt hat mir das die Chefin des Renn-Teams, Mariana Vassalli, vor exakt einem Jahr. Ich könne mir die Produktionsanlagen ihrer Mähdrescher-Firma anschauen und sowieso einfach mal zu Besuch kommen.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_88_Feierabend-1-4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-1-4.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-1-4" width="430" height="320" />Ich befinde mich im Bundesstaat Santa Fé und beim Abgleich mit ihrer Adresse entdecke ich, das das Oertchen Firmat tatsächlich in dem Bundesstaat liegt, an dessen Grenze ich gerade eine Pause mache. Ich befinde mich also in der Nähe. Na super, dann fahr ich da jetzt einfach mal hin. Ein Anruf? Ach was, die Leute sind spontan, da freuen die sich bestimmt auch auf Überraschungen.</p>
<p><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_88_Feierabend-2-2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-2-2.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-2-2" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_88_Feierabend-2-3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-2-3.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-2-3" width="210" height="157" /><img class="alignnone size-full wp-image-1951" title="Norm_Mail_88_Feierabend-2-4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-2-4.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-2-4" width="210" height="157" />Einige hundert Kilometer später durch ländliche Gebiete, die ländlicher nicht sein könnten, erreiche ich das kleine Städtchen Firmat. Eine Wegbeschreibung sei nicht nötig, hatte mir Mariana damals noch erklärt, ich müsse einfach auf der Hauptstraße bleiben, da würde ich den Firmensitz von DON ROQUE-VASSALLI problemlos entdecken, da er quasi das Zentrum der Stadt sei. Stimmt genau, als ich auf den Parkplatz der Hauptzentrale fahre, stoppt mich ein Sicherheitswachmann, der mich genauso spontan durchlässt, als ich sage, dass ich ein Bekannter der Chefin sei.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_88_Feierabend-3-1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-3-1.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-3-1" width="430" height="320" /><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_88_Feierabend-3-2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-3-2.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-3-2" width="430" height="320" />Wenige Minuten später begleitet mich ein Mitarbeiter ins Chefbüro-. Mariana und noch vier weitere Leute, die ich noch aus Rio Gallegos vom Rennteam kenne, sitzen da und begrüßen mich herzlich. „Gut, dass Du jetzt kommst, Normen“, sagt Mariana und ruft ihrer Assistentin Betina zu, mir doch ganz schnell einen Stapel neuer Klamotten zu besorgen. Noch recht verwirrt von einer derartigen Begrüßung, legt Mariana nach: „Und geh Dich schnell Duschen, wir fahren in 20 Minuten los!“</p>
<p><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_88_Feierabend-3-3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-3-3.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-3-3" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_88_Feierabend-3-4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-3-4.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-3-4" width="210" height="157" />Wer hat hier jetzt wen überrascht? Obwohl ich inzwischen weiß, dass ich hier in letzter Minute aufgetaucht bin, ist mir völlig unklar, wohin wir jetzt schnell müssen, aber weil mich eine solche Spontanität begeistert, frag ich nicht weiter nach, schlüpfe in meine neuen Don Roque Klamotten inklusive Firmen-Unterhose und steige mit Ramiro, dessen Freundin Antonela, Mariana und José in einen Siebener BMW, der mit völlig überhöhter Geschwindigkeit und zahllosen Kurvendrifts auf viel zu kleinen Landstraßen nach Süden ballert.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_88_Feierabend-4-2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-4-2.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-4-2" width="430" height="320" /><img class="alignnone size-full wp-image-1956" title="Norm_Mail_88_Feierabend-4-1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-4-1.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-4-1" width="210" height="157" />Knapp 200 Kilometer oder meinetwegen auch zwei Stunden ohne Autobahn später, erreichen wir Arrecifes. „Wohnt hier nicht…?“ frage ich und höre prompt ein lautes „Ja“ der anderen. Pato Di Palma, der Rennfahrer ist hier Zuhause. Als ich ihn kennen lernte war ich schon hier, aber das liegt 14 Monate zurück. „Nun gut, und was machen wir hier?“ – „Du wirst schon sehen!“ entgegnen mir die anderen. Na denn. Als wir auf das Anwesen der Di Palmas fahren, sehe ich zahllose parkende Autos, hunderte von Menschen vor einem riesigen Festzelt und zwei Übertragungswagen von Fox-Sports und einem argentinischen Nachrichtensender. Eine Party also, verstehe. Und um es kurz zu fassen: Pato feiert, weil er Vize-Champion geworden ist. Beim Gewinner findet keine Party statt, weil Pato ja eine Party macht, da würden ja sonst kaum Leute zum Gewinner kommen. Und so sind fast alle Rennfahrer zu den Di Palmas geladen, weil die für ihre Feste berühmt sind und es die Fernseh-Teams es aus Buenos Aires nicht so weit haben. Alles in allem also eine praktische Sache.</p>
<p><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_88_Feierabend-4-3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-4-3.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-4-3" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_88_Feierabend-4-4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-4-4.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-4-4" width="210" height="157" />Praktisch finde ich vor allem, dass lecker Essen und edelste Getränke serviert werden. Dann kommt Pato ins Festzelt und als er nach 30 Metern unter Applaus an unserem Tisch vorbeikommt, springt er spontan zu mir herüber und wir machen unser übliches Selbstauslöser-Portrait-mit-Zunge-raus-Digi-Bild. Sehr nett mich persönlich zu begrüßen, obwohl wir uns ja eigentlich am wenigsten kennen. Es folgen ein Fox-Sports-Live-Interview und nach einem deftigen Asado treten sukzessive so eine Art argentinischer Atze Schroeder und Dieter Nuhr auf der Bühne auf, was ich sprachlich nicht vergleichen kann, sondern nur anhand der Lacher und der Begeisterung im Publikum. Ein im wahrsten Sinne des Wortes unterhaltsamer Feierabend, der um vier Uhr Morgens endet, als wir zurück nach Firmat fahren.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_88_Feierabend-5-3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-5-3.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-5-3" width="430" height="320" /><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_88_Feierabend-5-1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-5-1.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-5-1" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_88_Feierabend-5-2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-5-2.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-5-2" width="210" height="157" /><img class="alignnone size-full wp-image-1963" title="Norm_Mail_88_Feierabend-5-4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-5-4.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-5-4" width="210" height="157" />Zum Mittagessen lädt Mariana zu sich nach Hause ein. Denke ich. Ein schönes großes Haus mit Pool, Tennisplatz und Personal, das wenige hundert Meter weiter ebenfalls in einem schönen, aber weitaus kleinerem Häuschen wohnt. Mir fällt auf: Ein Fleischgrill von 2,50 Meter Länge in einem Privathaus mit acht Schlafzimmern, wo kaum Erinnerungen, Souvenirs oder persönliche Gegenstände zu finden sind? Klar, es handelt sich um Marianas Gästehaus. Weiter nichts. Und genau dort, so bietet Mariana mir an, darf ich ab sofort auch so lange bleiben, wie ich möchte! Wow, ich bin begeistert, auch wenn es mir bei Ramiro auch gefallen hat, da bleib ich doch erst ein Mal ein Weilchen! Als wäre das nicht genug, erfahre ich, dass heute Abend Marianas Party steigt, quasi der nächste Feierabend. Im Gegensatz zu gestern, handelt es sich heute um eine Weihnachtsfeier für alle Don Roque Vassalli-Mitarbeiter. Entsprechend größer fallen die Dimensionen aus, da im Werk rund 800 Mitarbeiter beschäftigt sind! Nicht schlecht, denke ich mir und genieße den Nachmittag am Pool mit vielen Faxenfotos, vielen Drinks und tollen Erlebnissen mit diesen netten Menschen mitten in Argentinien. Selbst Pato ist per Auto aus Arrecifes angereist, um mit seinem Team beim Hauptsponsor dabei sein zu können.</p>
<p><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_88_Feierabend-6-1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-6-1.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-6-1" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_88_Feierabend-6-2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-6-2.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-6-2" width="210" height="157" />Am Abend heißt es dann erneut: Saufen und Fleisch-Essen in stilvollem Ambiente! Ein sternförmiges Zelt, in dessen fünf Arme rund 180 Leute passen ermöglicht diese Feier unter einem Dach. Allein 60 Köche sind engagiert, das Fleisch so zu grillen, dass es argentinischen Ansprüchen genügt. Ich sitze natürlich am zweitwichtigsten Tisch zwischen allen Assistentinnen der Geschäftsleitung. Auch nicht sooo unangenehm. Ich plaudere jedenfalls so gut ich kann auf Spanisch mit Betina (also nicht so gut) und lerne meine Tischnachbarin Mara kennen. Sie spricht hervorragendes Englisch (ich auch) und so erfahre ich aktuelles, Hintergründe und Tratsch aller Art über die Firma, die schon seit rund 30 Jahren für die Rennaktivitäten der Familie Di Palma Hauptsponsor ist.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_88_Feierabend-6-3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-6-3.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-6-3" width="430" height="320" />Erneut steigt die Stimmung, als ein bekannter, gut bezahlter Jürgen-Drews-Verschnitt auftritt. Dieser ist etwas überrascht, dass Mariana und ihr Bruder Martin nicht nur kurz peinlich berührt mitsingen, als dieser am Tisch auftaucht, sondern sich prompt das Mikrofon schnappen, um selber auf der Bühne im Karaoke-Stil die Show zu übernehmen. Klasse, dass sich die Chefs hier noch ohne falsche Zurückhaltung präsentieren, warum sollen auch immer betrunkene Mitarbeiter für Unterhaltung der Firmenfeier sorgen? Letztes Highlight des Abends ist die Verabschiedungszeremonie von Mariana beziehungsweise das Fehlen derselben: Unbemerkt abhauen! Denn sie tanzt bis zum Schluss und will daher nicht, dass jemand noch vor Sonnenaufgang geht. Und so suchen sich die Gäste einen unbeobachteten Augenblick, um nach und nach aus dem Zelt zu verschwinden.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_88_Feierabend-6-4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/11/Norm_Mail_88_Feierabend-6-4.jpg" alt="Norm_Mail_88_Feierabend-6-4" width="430" height="320" />Jetzt bin ich allein im Gästehaus. Das beste Zimmer, ein riesiger Plasma-Fernseher mit Kabelanschluss, ein schöner Pool, und das coolste: Leute, die mich ständig fragen, was ich denn zu Essen haben will! Wahnsinn. Nach zwei Tagen Ruhe und ohne weiteren Parties kommt Marianas Mann Jose mich abholen. Eine Werksbesichtigung steht auf dem Programm. Wann hat man schließlich schon Gelegenheit, eine Maehdraecherproduktion aus nächster Nähe zu sehen? Sehr interessant jedenfalls, auch wenn man mit derartigen Maschinen so gar nichts am Hut hat, aber Männer freuen sich halt schon genetisch bedingt, wenn sie große Motoren und schwere Technik anfassen dürfen. Ist halt so. Später sitze ich wieder am Pool und genieße meine seltsame Weltreise, obwohl von Welt ja gar keine Rede sein kann, wenn man immer rund um Argentinien unterwegs ist, um dann doch wieder zurückzukommen. Kann man es hier aushalten? Kann man. Will man hier weg? Nein. Muss man hier weg? Ja, da das Visum schon bald wieder abläuft. Da komm ich am besten später noch mal wieder. Einen schönen Feierabend wünscht Euch der</p>
<p>Normen</p>
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		<title>Mail87 – Mission Misiones</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Oct 2009 14:39:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ratapinada</dc:creator>
				<category><![CDATA[Südamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[Normens Weltreise 87 – Mission Misiones Mail vom 19. Oktober 2009 Willkommen in Argentinien. Nun ja, nicht wirklich, der Zoll heißt einen normalerweise eher nicht willkommen, sondern betrachtet einen eher wie ein lästiges Übel, das vom Bürokratiekuchen auch noch ein paar Scheibchen abhaben will. Der Grenzfluss am Dreiländereck liegt hinter mir, die Bootsfahrt hat ein [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Normens Weltreise 87 – Mission Misiones<br />
Mail vom 19. Oktober 2009</p>
<p><img class="icon" title="icon.jpg" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2006/11/icon.jpg" alt="icon.jpg" width="58" height="80" />Willkommen in Argentinien. Nun ja, nicht wirklich, der Zoll heißt einen normalerweise eher nicht willkommen, sondern betrachtet einen eher wie ein lästiges Übel, das vom Bürokratiekuchen auch noch ein paar Scheibchen abhaben will. Der Grenzfluss am Dreiländereck liegt hinter mir, die Bootsfahrt hat ein Ende und nun werde ich noch nicht einmal freundlich begrüßt. Ein paar Minuten brauche ich mit Sätzen wie „Schoen wieder hier zu sein, hier ist ja alles viel toller!“ und schwupp ist die Stimmung besser und die Zollbeamtem gleich viel freundlicher.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_87_Mission-2_02gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/10/Norm_Mail_87_Mission-2_02gr.jpg" alt="Norm_Mail_87_Mission-2_02gr" width="430" height="320" />Als Hauptpreis für meine Schleimereien bekomme ich von der schnauzbärtigen Chef-Simulation einen Aufkleber geschenkt, den er von seinem Schreibtisch abzieht: Die Umrisse des Landes mit den Farben der Nationalflagge. Klar, das Ding muss auf meinen Tank und klebt ihn ohne zu fragen einfach drauf. Wahrscheinlich konnte er <span id="more-1909"></span>es nicht mehr aushalten, jahrelang auf die misslungene, Fehlgedruckte weil spiegelverkehrte Variante des Landes zu schauen und hoffte, dass es den dämlichen Touristen aus dem fernen Ausland nicht auffallen würde…</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_87_Mission-1_01gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/10/Norm_Mail_87_Mission-1_01gr.jpg" alt="Norm_Mail_87_Mission-1_01gr" width="430" height="320" /><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_87_Mission-1_03" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/10/Norm_Mail_87_Mission-1_03.jpg" alt="Norm_Mail_87_Mission-1_03" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_87_Mission-1_04" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/10/Norm_Mail_87_Mission-1_04.jpg" alt="Norm_Mail_87_Mission-1_04" width="210" height="157" />Wenig später mach ich auf den Weg nach Süden. Misiones heißt dieser nordöstlichste Zipfel des Landes, quasi das Florida Argentiniens, mit subtropischen Zuständen. Ziel ist das Städtchen Eldorado, eine landwirtschaftlich geprägte ehemalige deutsche Kolonie, die etwas besser klingt, als sie aussieht. Rund 100 Kilometer später, ich habe soeben das Schild „Helgolandia“ passiert, werde ich von einem liebenswürdigen Ehepaar erwartet, die ich vor rund sechs Jahren in Deutschland kennen gelernt habe: Norma und Rene, die Schwiegereltern meines Kumpels, der eine argentinische Frau geheiratet hatte. Gut, die Aufforderung, auf alle Fälle zu Besuch nach Eldorado zu kommen, falls ich jemals in Argentinien sei, liegt schon ein paar Jährchen zurück, aber es klang sehr zeitlos. Jetzt steh ich vor ihnen und alles scheint wie damals: „Da bist Du ja! Schoen, wir haben ein Zimmer für Dich, da kannst Du schlafen. Hast Du Hunger? Willst Du was trinken? Das sind unsere beiden Enkel und der Hund ist 20 Jahre alt und blind! Cousine Lily kann Dir die Stadt zeigen und die Spinnen hier sind ungefährlich!“ – Irgendwelche Fragen zur sensationellen Gastfreundschaft in Argentinien ?</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_87_Mission-1_02gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/10/Norm_Mail_87_Mission-1_02gr.jpg" alt="Norm_Mail_87_Mission-1_02gr" width="430" height="320" /><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_87_Mission-2_03" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/10/Norm_Mail_87_Mission-2_03.jpg" alt="Norm_Mail_87_Mission-2_03" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_87_Mission-2_04" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/10/Norm_Mail_87_Mission-2_04.jpg" alt="Norm_Mail_87_Mission-2_04" width="210" height="157" />Dennoch, und so was sage ich höchst selten, bin ich nicht zum Vergnügen hier. Mein Auftrag ist klar formuliert: Die 660er Tenere meines Kumpels Detlev aus den Klauen des argentinischen Zolls in Misiones befreien. Egal wie. Und das ist auch mal schön, denn ansonsten lautet ja mein allgemeiner Plan, einfach nur sinnlos in der Gegend zu bleiben. Die Vorgeschichte: Det kam vier Jahre lang mit seinem Jahresurlaub nach Argentinien, holte dabei jedes Mal seine Yamaha aus dem Zoll, da sie im Land nur 10 Monate bleiben darf, zahlte immer eine 100-Dollar-Strafe, fuhr immer innerhalb von 24 Stunden (wie befohlen) aus dem Land, reiste dann wieder ein und durfte wie üblich durchs Land reisen, bis er seine Reise-Enduro wieder beim Zoll abstellte und sich bis zum folgenden Jahr verabschiedete.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_87_Mission-2_01gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/10/Norm_Mail_87_Mission-2_01gr.jpg" alt="Norm_Mail_87_Mission-2_01gr" width="430" height="320" />Im fünften Jahr war es leicht anders. Er kam, holte die XTZ, fuhr nach Uruguay, kam zurück nach Argentinien, erledigte die Einreise wie immer fuhr ins Land und nach einigen Tagen kam der Zoll und beschlagnahmte sein Motorrad! Die Kiste war weg, er sei illegal eingereist – hieß es – und daher müsse er eine Strafe zahlen, sobald der Strafbescheid per Post ankommt. Dieser kam aber erst nach vier Monaten, wodurch das 90-taegige Recht zum Einspruch verstrich, da bis zur Zustellung des Briefes glatte vier Monate vergingen. Durch diese gewollte Verzögerung seitens des Zolls verlor Det so gut wie alle Ansprüche, sein Moped jemals noch mal wieder zu sehen. Ein weiteres Schreiben acht Monate später schien jedoch eines zu versprechen: Der Fall sei erledigt, wenn eine Geldstrafe von rund 1500 Dollar bezahlt würde.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_87_Mission-3_01gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/10/Norm_Mail_87_Mission-3_01gr.jpg" alt="Norm_Mail_87_Mission-3_01gr" width="430" height="320" /><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_87_Mission-3_02" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/10/Norm_Mail_87_Mission-3_02.jpg" alt="Norm_Mail_87_Mission-3_02" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_87_Mission-3_03" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/10/Norm_Mail_87_Mission-3_03.jpg" alt="Norm_Mail_87_Mission-3_03" width="210" height="157" /><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_87_Mission-3_04gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/10/Norm_Mail_87_Mission-3_04gr.jpg" alt="Norm_Mail_87_Mission-3_04gr" width="430" height="320" />Somit machen Rene, die Kohle und ich uns per Bus uns auf den Weg nach Puerto Iguazu, um uns dort mit Karsten am Dreiländereck zu treffen, der ja in Paraguay geografisch gesehen quasi auf der anderen Seite des Flusses wohnt, und durch seine diplomatischen Kenntnisse sicher eine Hilfe bei der Abwicklung des Falles sein wird. Durch bestimmte Umstände taucht jedoch sein Bruder Klaus mit einer durchaus imposanten ehemaligen Staatskarosse am vereinbarten Treffpunkt auf, wobei der gewünschte „wir sind wichtig“-Effekt verpufft, da das Zollbüro auf der Rückseite des Gebäudes liegt, wo keiner von denen unseren Wagen sieht. Hinzu kommt, dass man Mühe hat, die Akten des Falls zu finden, was nach einer halben Stunde jedoch gelingt und zu unserer Verblüffung hört sich dieser laut der Zollbeamtin ganz einfach an:</p>
<p>&gt;&gt; Ja, Herr Detlev muss eine Strafe wegen illegaler Einfuhr eines Motorrads zahlen, dann ist der Fall erledigt! &lt;&lt;</p>
<p>- Sollte man da nicht bedenken, dass ER sein Motorrad gar nicht illegal eingeführt hat, sondern der Zoll ihn versehentlich reingelassen hat?</p>
<p>&gt;&gt; Das mag sein, aber die hätten ihn nicht reinlassen dürfen! Das ist aber auch egal, Sie müssen die Strafe von 1500 Dollar bezahlen! &lt;&lt;</p>
<p>- Kann ich das Motorrad vorher sehen?</p>
<p>&gt;&gt; Wieso wollen Sie das Motorrad vorher sehen? &lt;&lt;</p>
<p>- Na ja, wer weiß, ob da noch alles dran ist. Vielleicht fehlt ja schon der Motor oder sonst was. Wir würden das Fahrzeug gerne sofort nach Paraguay fahren.</p>
<p>&gt;&gt; Am besten geben Sie mir erst das Geld. Das Motorrad bekommen Sie sowieso nicht wieder! &gt;&gt;</p>
<p>- Wie bitte? Warum sollte ich Ihnen 1500 Dollar zahlen, wenn wir das Motorrad anschließend nicht bekommen werden?</p>
<p>&gt;&gt; Weil Herr Detlev illegal eingereist ist und ohne diese Strafzahlung kann er nicht mehr nach Argentinien einreisen! &lt;&lt;</p>
<p>- Ich kann ihnen versprechen, dass er nie mehr einreisen wird, wenn er sein Motorrad nicht zurückbekommt. Er kommt ja immer zum Motorradfahren nach Argentinien. Für das Geld kann er sich doch besser in Paraguay ein Motorrad kaufen und es benutzen, statt ihnen das Geld zu geben, ohne etwas davon zu haben!</p>
<p>&gt;&gt; Sie müssen aber zahlen! &gt;&gt;</p>
<p>- Nee, muss ich nicht, Ihnen entgehen gerade 1500 Dollar, und wer auch immer die Yamaha bekommt, wird in diesem Land keine Ersatzteile dafür finden. Schönen Tag noch!</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_87_Mission-4_03gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/10/Norm_Mail_87_Mission-4_03gr.jpg" alt="Norm_Mail_87_Mission-4_03gr" width="430" height="320" />Mission impossible. So könnte man das Ergebnis dieses Treffens nennen. Immerhin waren wir nicht erfolgloser, als zwei Anwälte, die Detlev zuvor schon beauftragt hatte, die „Geisel“ zu befreien. Es scheint, als sei der Zoll fest entschlossen, das Motorrad zu behalten. Normalerweise werden beschlagnahmte Fahrzeuge versteigert, aber die 660er scheint einen Liebhaber innerhalb des Zolls gefunden zu haben, da sie seltsamerweise nicht auf der Liste auftaucht. Rene und ich verabschieden und bedanken uns bei Klaus für seine Hilfe und fahren zurück nach Eldorado.</p>
<p><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_87_Mission-4_01" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/10/Norm_Mail_87_Mission-4_01.jpg" alt="Norm_Mail_87_Mission-4_01" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_87_Mission-4_02" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/10/Norm_Mail_87_Mission-4_02.jpg" alt="Norm_Mail_87_Mission-4_02" width="210" height="157" /><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_87_Mission-4_04gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/10/Norm_Mail_87_Mission-4_04gr.jpg" alt="Norm_Mail_87_Mission-4_04gr" width="430" height="320" />Ok, wenn ich die Kiste schon nicht retten kann, dann doch wenigstens Det’s Gepäck. Dies liegt nämlich noch immer bei Norma und Rene reisefertig bereit. Dummerweise gibt es jetzt folgendes Problem: Er darf oder besser will bei 1500 Dollar-Strafzahlung nicht mehr nach Argentinien einreisen, hätte aber dennoch ganz gerne sein Gepäck zurück. Ich selber bin schon bekanntlich bis unter den Rand beladen und kann daher kein weiteres Gepäck mitnehmen. Also muss eine andere Lösung her: Wieso nicht den Kram einfach an das andere Flussufer nach Paraguay bringen? Irgend ein Boot wird mich jawohl samt beladenem Motorrad mitnehmen. Misiones imposible – der Zoll am Flussufer, der seltsamerweise gleich hinter einem Park namens „Schwelm“ liegt, erklärt mir, dass hier keine Fahrzeuge rüberkommen, nur Personen. Also verabrede ich mich mit Michael, der mit Klaus und zwei Besuchern aus Deutschland kurzerhand 50 Kilometer staubige Geländepisten auf sich nehmen, um mich, bzw. Detlevs Gepäck auf der paraguayschen Seite in Empfang zu nehmen.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_87_Mission-5_01gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/10/Norm_Mail_87_Mission-5_01gr.jpg" alt="Norm_Mail_87_Mission-5_01gr" width="430" height="320" /><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_87_Mission-5_02" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/10/Norm_Mail_87_Mission-5_02.jpg" alt="Norm_Mail_87_Mission-5_02" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_87_Mission-5_03" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/10/Norm_Mail_87_Mission-5_03.jpg" alt="Norm_Mail_87_Mission-5_03" width="210" height="157" /><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_87_Mission-5_04gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/10/Norm_Mail_87_Mission-5_04gr.jpg" alt="Norm_Mail_87_Mission-5_04gr" width="430" height="320" />Wenigstens das klappt. Ich lasse meine Yamaha am Ufer zurück, trage das Gepäck in das kleine Boot und treffe 10 Minuten später auf der anderen Seite tatsächlich wie verabredet auf Michael und Klaus. Wir beladen den Wagen, trinken eine Cola verabschieden uns wenig später, ohne uns wirklich darüber zu wundern, das auf dieser Seite keine Herrschaften vom Zoll zu finden sind. Die Hütte ist zu, scheinbar ist Mittagspause. Näheres weiß man nicht. Macht aber auch nichts, denn so komme ich ohne weiteren Stempel im Pass wieder zurück nach Eldorado, wo mir die Zollbeamten eine Gute Fahrt wünschen. Zugegeben, meine Mission in Misiones ist fehlgeschlagen. Aber vielleicht hat es auch am Ende was gutes. Was genau, weiß ich zwar noch nicht, aber das wird sich schon klären.</p>
<p>Normen</p>
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		<title>Mail86 – Paranormalität</title>
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		<pubDate>Tue, 15 Sep 2009 15:40:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ratapinada</dc:creator>
				<category><![CDATA[Südamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[Normens Weltreise 86 – Paranormalität Mail vom 14. September 2009 Gut, man könnte meinen, Paraguay bestünde nur aus staubigen Straßen, lustigen Bewohnern mit Hunsrück-Deutsch-Sprachkenntnissen und fehlenden Highlights, schenkt man den Anekdoten meiner beiden bisherigen Besuche des Landes glauben. Freundlicherweise hat Paraguay mehr zu bieten als das kleine Katuete und so führt mich meine Reise 400 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Normens Weltreise 86 – Paranormalität<br />
Mail vom 14. September 2009</p>
<p><img class="icon" title="icon.jpg" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2006/11/icon.jpg" alt="icon.jpg" width="58" height="80" />Gut, man könnte meinen, Paraguay bestünde nur aus staubigen Straßen, lustigen Bewohnern mit Hunsrück-Deutsch-Sprachkenntnissen und fehlenden Highlights, schenkt man den Anekdoten meiner beiden bisherigen Besuche des Landes glauben. Freundlicherweise hat Paraguay mehr zu bieten als das kleine Katuete und so führt mich meine Reise 400 Kilometer Richtung Süden, an Ciudad del Este vorbei, wo ich auf fast völlig normale Bedingungen treffe. Quasi Normalität in Paraguay.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_86_Para-4-4gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-4-4gr.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-4-4gr" width="430" height="320" />Der Weg dorthin jedoch ist mit kleinen Hindernissen gespickt. Alle 20 Kilometer oder manchmal <span id="more-1871"></span>sogar weniger, sind auf den Hauptstrassen des Landes Polizei- und Zollkontrollen an der Tagesordnung. Ein paar mehr oder weniger gelungene Tempo-30-Huegel sollen das Tempo drosseln, was ihnen auch mehr oder weniger gelingt. Meine ostafrikanische Taktik, kurz vor Ortschaften hinter großen LKW zu fahren, um von den vermeintlich bösen Kontrollen verschont zu bleiben, weil man zu spät erkannt wird, scheint auch hier aufzugehen. Wenn nicht, werden halt ein Haufen Fragen gestellt, nach dem Zoll-Importschein verlangt, nach fehlenden Papieren geforscht und allgemein geht’s dann auch schon weiter.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_86_Para-1-2gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-1-2gr.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-1-2gr" width="430" height="320" /><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_86_Para-1-1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-1-1.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-1-1" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_86_Para-1-4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-1-4.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-1-4" width="210" height="157" /><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_86_Para-1-3gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-1-3gr.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-1-3gr" width="430" height="320" />Nach 250 Kilometern wähne ich mich schon fast am Ziel, da sehe ich drei Polizisten am Straßenrand, von denen einer es auf mich abgesehen hat. Wohin, woher, warum, Papiere, Dokumente und die Frage nach dem Beruf.</p>
<p>&gt;&gt; Journalist, ich schreibe über Korruption in Südamerika! &lt;&lt;<br />
- <strong>Ah, ich verstehe. Wie ich sehe, sind Ihre Papiere in Ordnung, aber was sagen Sie zur Deutsch-Paraguayanischen Freundschaft?</strong> -<br />
&gt;&gt; Die find ich gut! &lt;&lt;<br />
- <strong>Dann können Sie mir ja etwas Geld in diesem Sinne geben!</strong> -<br />
&gt;&gt; Geld? &lt;&lt;<br />
- <strong>Wissen Sie, so eine Freundschaft muss ja finanziert werden!</strong> -<br />
&gt;&gt; Ach so. Ich dachte immer, dass Geschäfte finanziert werden müssen. Aber Freundschaften? Haben Sie ihrem besten Freund schon mal Geld abgenommen, damit er Ihr Freund bleibt? &lt;&lt;<br />
- <strong>Wie bitte? Natürlich nicht, Freunde hat man für sein Leben!<br />
</strong> &gt;&gt; Genau, damit das auch so bleibt und Sie von der Deutsch-Paraguayanischen-Freundschaft sprachen und nicht von Geschäften, lassen wir das mit dem Geld und alles bleibt wie es ist. Abgemacht? &lt;&lt;<br />
- <strong>Aber….?</strong> -</p>
<p><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_86_Para-2-1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-2-1.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-2-1" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_86_Para-2-2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-2-2.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-2-2" width="210" height="157" /><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_86_Para-2-3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-2-3.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-2-3" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_86_Para-2-4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-2-4.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-2-4" width="210" height="157" />Gut. Wohin fährt man in so einem Land? Logisch, zu Leuten, die man schon kennt. Ich „kenne“ natürlich nicht wirklich jemanden in dieser Gegend, fahre aber dennoch zu „Michael“. Vor fünf Jahren traf ich ihn auf dem Elefantentreffen, weil ich an Details seiner zugeschneiten Tenere interessiert war, die auf dem Weg stand, nur 20 Meter von meiner Yamaha entfernt. Wir plaudern, er erwähnt, dass er in Paraguay wohnt und hier nur auf Urlaub ist, wobei ich verlautbare, dass ich bald auf Weltreise gehen werde. Eins kommt zum anderen und am Ende steht die Aussage, doch mal vorbeizuschauen, wenn ich jemals in Paraguay auftauchen sollte.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_86_Para-3-1gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-3-1gr.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-3-1gr" width="430" height="320" />Und schwupp, fünf Jahre später fahre ich über eine unglaublich grüne Landschaft auf einer farbenprächtigen roten Piste und hoffe fest, dass es auf den letzten Kilometern nicht noch anfängt zu regnen, da die Pisten nicht nur spiegelglatt werden, sondern auch meistens unpassierbar. Sogar für Autos, trotz Allradantriebs. Wie es sich gehört, erreiche ich die gegebene Adresse, stehe quasi auf Michaels Matte und der Regen beginnt.</p>
<p><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_86_Para-3-3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-3-3.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-3-3" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_86_Para-3-4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-3-4.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-3-4" width="210" height="157" /><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_86_Para-3-2gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-3-2gr.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-3-2gr" width="430" height="320" />Sofort lerne ich Maren kennen. Sie stammt im Gegensatz zu Michael nicht aus dem tiefsten Bayern, sondern aus dem höchsten Norden der Bundesrepublik. Zwar könnten die Dialektunterschiede der beiden größer nicht sein, dennoch haben wir es mit zwei normalen deutschen Akzenten zu tun. Des Weiteren parkt meine Ténéré neben einer 660er-Ténéré. Also auch völlig normal. Als sich die Garage schließt, sehe ich ein topausgestattete Werkstatt, wie man es von normalen topp ausgestatteten Werkstätten in Deutschland kennt. Das Haus, schön, sauber und so eingerichtet, wie man es von normalen sauberen Häusern aus der Heimat kennt! Ahhh, sehr angenehm, so seltsam es klingt, das zugeben zu müssen. Mein Gästezimmer könnte glatt aus Deutschland stammen und lässt mich regelrecht vergessen, dass ich fernab der Heimat bin.</p>
<p><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_86_Para-4-1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-4-1.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-4-1" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_86_Para-4-2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-4-2.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-4-2" width="210" height="157" /><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_86_Para-4-3gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-4-3gr.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-4-3gr" width="430" height="320" />Maren kocht in einer schönen Küche, die aussieht, wie eine wunderschöne, edle Küche, wie man sie in wunderschönen, edlen deutschen Küchen findet. Also so gesehen, eine ganz normale Küche. Nur hab ich so eine seit langer Zeit nicht mehr gesehen, und so bescheuert es auch klingt, man fühlt sich dadurch gar nicht mehr so weit weg von Europa. Außerdem schmeckt es auch noch unverschämt gut, ihr gelingt es, lokale Lebensmittel in etwas zu verwandeln, was dem der fernen Heimat sehr nahe kommt. Dann fahren wir in einem normalen deutschen Auto zur Farm von Marens Brüdern Kai und Klaus, haben einen besonders schönen Abend, den andere als normal bezeichnen würden. All das führt dazu, dass ich mich hier nach drei Tagen so fühle, als hätte ich soeben Freunde in Deutschland besucht. Und nebenbei ein Schwung Energie getankt.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_86_Para-5-3gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-5-3gr.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-5-3gr" width="430" height="320" /><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_86_Para-5-1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-5-1.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-5-1" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_86_Para-5-2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-5-2.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-5-2" width="210" height="157" /><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_86_Para-5-4gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-5-4gr.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-5-4gr" width="430" height="320" />Der Besuch bei Maren &amp; Michael und deren Familie hinterlässt ein besonders beruhigendes Gefühl, dass man nur dann zu schätzen weiß, wenn man die normalen, ganz normalen Dinge in Deutschland, schon lange nicht mehr erleben konnte. Irgendwie erscheint mir diese Gegend, beziehungsweise die Anwesenheit dieser Menschen wie eine Insel inmitten des ganz normalen südamerikanischen Chaos zu sein. Da passt es ganz gut, dass ich zum Abschied nur ein paar hundert Meter von der Farm entfernt, in eine ganz normal eingerichtete Kneipe gehen kann. Wie in Deutschland, steht sogar außen dran.</p>
<p><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_86_Para-6-1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-6-1.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-6-1" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_86_Para-6-2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-6-2.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-6-2" width="210" height="157" />Es geht zurueck nach Ciudad del Este. Auf dem Weg dorthin komme ich an einem Schild vorbei, dass normaler nicht sein kann, zumindest für jemanden aus Leverkusen: ein Bayerkreuz! So kennt man es von Zuhause. Völlig unnormal dagegen wirkt mein Besuch des Itaipú-Wasserkraftwerks am Paraná-Fluss, gleich gegenüber von Brasilien. Das Ding ist nämlich einfach zu groß. Punkt. Etwas genauer betrachtet ist der Damm knapp acht Kilometer breit, 196 Meter hoch und staut auf über 170 Kilometern Länge! Da kommt eine Menge Wasser zusammen. Genauer gesagt sind es 10500 Kubikmeter pro Sekunde! Bis vor kurzem war dieses Bauwerk noch das größte der Welt, bis neulich eine chinesische Konstruktion diesen Titel für sich verbuchen konnte. Ich will nicht kleinlich sein, aber bei der kostenlosen Führung durch das Kraftwerk erkannte ich das Logo einer ganz normalen deutschen Firma auf einer der 20 riesigen Turbinen mit 16-Meter-Durchmesser: Siemens. 18 sind konstant im Einsatz, zwei dienen zur Reserve bei Wartungsarbeiten. Unterm Strich liefert dieser gigantische Betonhaufen jährlich rund 95 Millionen Megawatt-Stunden, was im direkten Vergleich zum produktivsten Kernkraftwerk mit rund 13 Millionen Megawatt-Stunden noch imposanter wirkt.</p>
<p><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_86_Para-6-3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-6-3.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-6-3" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_86_Para-6-4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/09/Norm_Mail_86_Para-6-4.jpg" alt="Norm_Mail_86_Para-6-4" width="210" height="157" />Zurück in Ciudad del Este, fahre ich zu Karsten, ein weiterer Bruder von Maren, Klaus und Kai, der mich freundlicherweise ein paar Tage später mit seinem Vater zum Hafen namens Puerto Franco begleitet. Dieser liegt etwas außerhalb der Stadt und ist auch nicht leicht zu finden. Doch nach kurzer Suche erreichen wir ihn und ich verlasse am Dreiländereck mit Argentinien und Brasilien per Fähre das zum Teil unglaublich normale Paraguay. Quasi paranormal.</p>
<p>Normen</p>
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		<title>Mail85 – Iberscheen</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Aug 2009 09:15:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ratapinada</dc:creator>
				<category><![CDATA[Südamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[Normens Weltreise 85 – Iberscheen Mail vom 11. August 2009 Die Freiheit genießen. Geht ganz einfach, wenn Probleme wie illegale Ausreisen hinter einem liegen. Da ist es fast schon egal, dass der Zollbeamte in Paraguay ewig lange benötigt, um ein Dokument mit meinen Motorraddaten auszufüllen. Ganz klar, der gute Mann kann Hilfe gebrauchen, also kram [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Normens Weltreise 85 – Iberscheen<br />
Mail vom 11. August 2009</p>
<p><img class="icon" title="icon.jpg" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2006/11/icon.jpg" alt="icon.jpg" width="58" height="80" />Die Freiheit genießen. Geht ganz einfach, wenn Probleme wie illegale Ausreisen hinter einem liegen. Da ist es fast schon egal, dass der Zollbeamte in Paraguay ewig lange benötigt, um ein Dokument mit meinen Motorraddaten auszufüllen. Ganz klar, der gute Mann kann Hilfe gebrauchen, also kram ich das alte Zoll-Dokument hervor, das ich vor rund fünf Monaten in Paraguay erhielt. Jetzt müsste es ganz schnell gehen, er brauch ja nur noch die Daten zu übertragen. Ganz schön gemein von mir, dass ich den Import-Zettel nicht sofort herausgekramt habe, wie ich finde.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_85_Iber-2_3gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-2_3gr.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-2_3gr" width="430" height="320" />Der Beamte allerdings ist verwirrt, liest sich das Blatt immer wieder aufs neue durch und starrt dann entsetzt auf das Datum: <span id="more-1817"></span> „Dieses Dokument ist abgelaufen, damit dürfen Sie nicht mehr fahren!“ – ganz schön spitzfindig, der Mann, aber deswegen sage ich ja auch, dass es sich um ein altes Dokument handelt, das ich vor langer Zeit mal hatte. So gut ich es auf Spanisch kann, erkläre ich, dass es wurscht sei, egal was für ein Datum da steht, hier geht es um technische Daten, die er einfach kopieren kann, da doch das Motorrad und ich die gleichen geblieben sind. Er brauche nur noch die alten Daten in das neue Dokument übertragen, Stempeln, fertig.<br />
Meine so genannte Hilfe entpuppt sich als Chaosverursacher erste Güte und so muss ich mich durch drei Instanzen kämpfen und jedes Mal aufs neue erklären, warum ich ein abgelaufenes Dokument zur Einreise benutzen wollte.</p>
<p><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_85_Iber-1_1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-1_1.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-1_1" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_85_Iber-1_2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-1_2.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-1_2" width="210" height="157" /><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_85_Iber-1_3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-1_3.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-1_3" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_85_Iber-1_4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-1_4.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-1_4" width="210" height="157" />Aber irgendwie macht mir das Ganze mehr Freude, als das es mich aufregt, immerhin habe ich die für die nächsten drei Monate bereits ein Visum in meinem Pass. Irgendwann werden sie hier mit dem „Problem“ auch fertig, während ich mich vor dem Zollgebäude mit einem Hunsrück-Deutschen dritter Generation unterhalte. Paul mit Hut ist gut drauf, stellt mir lustig klingende Fragen, ich antworte irgendeinen Quatsch, er ist zufrieden, wir lachen viel und am Ende darf ich erneut in die Zollhütte mir meinen temporären Importschein abholen. Na also, es geht doch.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_85_Iber-2_1gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-2_1gr.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-2_1gr" width="430" height="320" /><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_85_Iber-2_2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-2_2.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-2_2" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_85_Iber-2_4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-2_4.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-2_4" width="210" height="157" />Vollkommen entspannt geht es weiter. Das liegt in erster Linie daran, dass mein gesamtes Dasein legal in diesem Land ist und gleich darauf folgt die Tatsache, dass ich es nur 50 Kilometer bis zu meinem ersten Ziel habe. Katueté. Dieses staubig dreckige kleine Dörfchen war bei meinem ersten Besuch in Paraguay noch eine Zufallsbekanntschaft, diesmal fahre ich bewusst dort hin. Denn irgendwie hat es doch einen gewissen Charme, den man zwar im Normalfall beim Durchfahren der Ortschaft auf keinen Fall sehen kann, und auch bei mehrstündigen Stopps kaum erkennen würde. Wohlmöglich hat außer mir hier noch niemand so was wie Charme entdeckt. Mir langt es, dass ich hier schon einmal war, dass die meisten hier lustiges Deutsch sprechen und dass man im Normalfall sofort jemanden auf der Straße trifft, den man kennt. Aus genau diesem Grund pfeift es, als ich das nicht erkennbare „Zentrum“ durchfahre. Klar, es ist Dirley, mein Kumpel, den ich vor rund einem halben Jahr das letzte Mal hier traf! Zu Bierchen und Würstchen am Straßenrand plaudern wir über das, was in den letzten sechs Monaten so passiert ist.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_85_Iber-3_1gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-3_1gr.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-3_1gr" width="430" height="320" /><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_85_Iber-3_2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-3_2.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-3_2" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_85_Iber-3_3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-3_3.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-3_3" width="210" height="157" />Dirley: &gt;&gt; Ich habe geheiratet! &lt;&lt; &#8211; Wow, das kleine dünne Mädel, das keinen Mucks von sich gab, wenn sie nicht gefragt wurde ist jetzt Deine Frau? – frage ich ihn. &gt;&gt; Ach die? Nee, ich habe einen Monat nachdem Du weg warst eine andere kennen gelernt. Und die hab ich geheiratet! &lt;&lt; &#8211; Das heißt, innerhalb von fünf Monaten trennst Du dich von der einen, lernst eine kennen und heiratest sie spontan? – &lt;&lt; Genau! &lt;&lt; &#8211; Na die will ich mal sehen!</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_85_Iber-3_4gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-3_4gr.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-3_4gr" width="430" height="320" />Und hübsch ist, sie, das muss ich beim ersten Besuch bei Dirley Zuhause schon zugeben. Aber seltsam finde ich, dass sie bei meinem Anblick zunächst den Wischmopp zur Seite stellt, um dann zu fragen, ob ich Wäsche hätte, die sie auf der Stelle waschen könnte, während sie parallel dazu was zu essen kocht! Sehr vorbildlich, ist man von deutschen 16-jährigen heutzutage gar nicht mehr gewohnt&#8230;</p>
<p><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_85_Iber-4_1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-4_1.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-4_1" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_85_Iber-4_4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-4_4.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-4_4" width="210" height="157" />Ach ja, jetzt fällt mir übrigens wieder ein, warum ich hier immer wieder gerne hinkomme: Es gibt hier einfach keine Highlights. Weder ein Berg, noch ein toller Fluss, noch nicht einmal ein Zentrum, eine tolle Bar, ein besonders schönes Fleckchen Natur, eine saubere Straße, sandfreie Zonen, nichts dergleichen. Nur nette Menschen. Das alleine langt mir häufig als Grund, etwas länger zu bleiben. Die Tatsache, das man hier nichts verpasst, weil hier einfach nichts los ist, sei dahingestellt. Fest steht, dass die Einwohner von Katuete ihre Abwechslung bekommen. Da gibt es die jährliche Wahl zur „Miss Soja“, wo mehr oder weniger urige Gestalten sich zur Wahl stellen, das Grillfest am Sportplatz und…äh…na ja, das Wochenende halt, wo man wie Montags bis Freitags vor den Bars an der Hauptstraße hockt, damit man den Verkehr beobachten kann, der da rauf und runter fährt, bis sich der Fahrer dazu durchringt, die Karre abzustellen, um sich beim Wettsaufen zu beteiligen. Dabei fällt mir auf, dass niemand mit Helm fährt, was wahrscheinlich daran liegt, dass man Helme beim chinesischen Motorradfachgeschäft noch nicht einmal kaufen kann, da keine Nachfrage existiert. So funktioniert Marktwirtschaft, da kann die Polizei noch nicht mal meckern, ein Kopfschutz ist selbst bei gutem Willen nicht käuflich erhältlich.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_85_Iber-4_2gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-4_2gr.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-4_2gr" width="430" height="320" /><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_85_Iber-4_3gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-4_3gr.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-4_3gr" width="430" height="320" />Extrem nette Nachbarn und Freunde von Dirley sind auch jedes mal für Abwechslung gut. Die Geschichten, die beim Essen, beim Melken oder beim Nachmittagstee erzählt werden, haben erstaunlichen Unterhaltungswert – wenn ich mir Notizen gemacht hätte, was ich leider nicht habe, hätte ich als findiger Autor so richtig groß rauskommen können, schade. Immerhin ist man sich einig, dass ich ein „iberscheener“, also ein bildhübscher Junge wäre, der doch in meinem Alter schon längst eine Frau haben müsste. So alt wie ich bin, dürfe man nicht mehr ledig sein. Aha. Also am besten Miss Soja von nebenan heiraten, verstehe.</p>
<p><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_85_Iber-5_1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-5_1.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-5_1" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_85_Iber-5_2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-5_2.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-5_2" width="210" height="157" /><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_85_Iber-5_3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-5_3.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-5_3" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_85_Iber-5_4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-5_4.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-5_4" width="210" height="157" />Wetterbedingt garantieren hier im übrigen auch die Lehmpisten für Abwechslung, die sich nach oder während eines Regenschauers in spiegelglatte Schmierseifenbahnen verwandeln. Mopedfahren ohne Sturz nahezu ausgeschlossen, schlammige Füße inklusive. Für meine Begriffe nett anzuschauen, sind die Wege gleich hinter der geteerten Hauptstraße, die nebenbei die einzige geteerte Straße im Dorf ist, womit der Rest der Bevölkerung an roten Lehmpisten wohnt. Doch genau das macht sich auf Fotos sehr fotogen. Erst recht, wenn man die Farbe entzieht, die ganze Szenerie schwarz-weiß betrachtet und dazu Holzhäuser als Motiv verwendet. Doch, man könnte meinen, 100 Jahre zurück sah es hier noch genauso aus. Da passt so eine offene Holzbar prima ins Design.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_85_Iber-6_1gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-6_1gr.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-6_1gr" width="430" height="320" /><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_85_Iber-6_2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-6_2.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-6_2" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_85_Iber-6_3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-6_3.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-6_3" width="210" height="157" /><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_85_Iber-6_4gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-6_4gr.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-6_4gr" width="430" height="320" />Was bleibt einem also übrig, als das Leben nach Feierabend zu genießen, bei einem Bierchen im strömenden Regen in den Plansch-Pool zu setzen und anschließend Kontakt zur Außenwelt aufzunehmen? Denn das geht hier überraschend modern: Ein Wireless-Signal durchdringt den Ort von einer 30-Meter hohen Antenne, die wer auch immer so eingerichtet hat, dass kein Codewort beim Einloggen fällig wird. Dies ermöglicht mir, kostenlos nach Deutschland anzurufen, auch wenn die Einheimischen mich seltsam beäugen, weshalb der lustige „Deutschländer“ aus Europa ohne Kabel mit seinem Computer spricht und so tut, als würde er telefonieren.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_85_Iber-7_1gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-7_1gr.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-7_1gr" width="430" height="320" /><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_85_Iber-7_4gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-7_4gr.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-7_4gr" width="430" height="320" />Mein Gastgeschenk an die Frau von Dirley wird dankend aufgenommen. So ein Nutella-Brotaufstrich ist schon was feines. So ein Original aus Deutschland, einzigartig in einem Land, wo Karamelpaste das Frühstück dominiert, ja, das sollte man wochen- wenn nicht sogar monatelang genießen. Ich jedenfalls. Sie scheint unbeeindruckt von Transportwegen, Exklusivität und meine sei-sparsam-damit-Empfehlungen: Am nächsten Morgen ist der Pott leer, sie habe nachts nicht schlafen können und den Inhalt kurzerhand in sich hineingeschaufelt. Davon, so berichtet sie, könne ich ihr ruhig noch ein paar Gläser zuschicken, wenn ich wieder in Deutschland bin. Werde ich zwar nicht, freut mich aber, über die kurze Freude, die ich ihr bereiten konnte.</p>
<p><img class="picpageleft" title="Norm_Mail_85_Iber-7_2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-7_2.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-7_2" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="Norm_Mail_85_Iber-7_3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/08/Norm_Mail_85_Iber-7_3.jpg" alt="Norm_Mail_85_Iber-7_3" width="210" height="157" />Ich jedenfalls guck mir das Leben hier noch ein Weilchen genauer an. Es macht mir Freude, das erleben zu dürfen. Das liegt aber ganz sicher daran, dass 100-prozentig feststeht, dass ich hier nicht alt werde.</p>
<p>Normen</p>
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		<title>Mail84 &#8211; Geschmeidig</title>
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		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 18:06:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ratapinada</dc:creator>
				<category><![CDATA[Südamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[Normens Weltreise 84 – Geschmeidig Mail vom 28. Juni 2009 Ein paar mal kommt man drum herum. Aber eben nicht immer. Gemeint sind Polizeikontrollen. Bei reinem Gewissen sind sie höchstens nervig, hat man allerdings was zu verbergen, wird man nervös. Was mir droht ist bekannt, daher brauch ich zur Beruhigung eine weitere Meinung. Am besten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Normens Weltreise 84 – Geschmeidig<br />
Mail vom 28. Juni 2009</p>
<p><img class="icon" title="icon.jpg" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2006/11/icon.jpg" alt="icon.jpg" width="58" height="80" />Ein paar mal kommt man drum herum. Aber eben nicht immer. Gemeint sind Polizeikontrollen. Bei reinem Gewissen sind sie höchstens nervig, hat man allerdings was zu verbergen, wird man nervös. Was mir droht ist bekannt, daher brauch ich zur Beruhigung eine weitere Meinung. Am besten eine mich aufmunternde.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_84_Geschm-1_2gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/Norm_Mail_84_Geschm-1_2gr.jpg" alt="Norm_Mail_84_Geschm-1_2gr" width="430" height="320" />Und genau die bekomme ich von Geraldo, dem Österreicher, den ich vor einem halben Jahr in Rio traf. &gt;&gt; Kein Problem &lt;&lt;, lässt er mich am Telefon wissen, sobald ich an der Grenze sei, müsse ich höchstens eine Geldstrafe von <span id="more-1779"></span>etwa 7 Reais pro illegalem Tag zahlen. Maximal aber nur rund 800 Reais, was knapp 300 Euro sind. Mit dieser Taktik würde ein Freund von ihm schon seit 11 Jahren in Brasilien leben.</p>
<p>&gt;&gt; Am besten bleibst Du noch ein paar Jahre, dann würde sich die Strafe so richtig lohnen, statt teurer Flüge ins Ausland!&lt;&lt; legt Geraldo nach. Obwohl ich nicht vorhabe, bewusst noch länger illegal im Land zu bleiben, fühl ich mich schon gleich viel wohler</p>
<p><img class="picpagecenter" title="Norm_Mail_84_Geschm-1_3gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/Norm_Mail_84_Geschm-1_3gr.jpg" alt="Norm_Mail_84_Geschm-1_3gr" width="430" height="320" /><img class="picpageleft" title="norm_mail_84_geschm-1_1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-1_1.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-1_1" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="norm_mail_84_geschm-1_4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-1_4.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-1_4" width="210" height="157" />Nun gut, dahinten steht der erste Kontrollposten der Policia Rodoviaria, mal sehen, was passiert: Nix, ich werde freundlich durchgewunken. Super. Einige hundert Kilometer weiter, die nächste Kontrollhütte am Straßenrand. Stopp. Die Papiere solle ich zeigen, langsam steige ich ab, suche angeblich nach meinen Dokumenten, als es stark zu regnen beginnt. Als ich auch nach einer Minute noch keine Papiere, außer meinen Internationalen Führerschein, vorweisen kann, soll ich weiterfahren, der Beamte will scheinbar nicht völlig nass werden. Das lief ja geschmeidig.</p>
<p>Inzwischen wird es Abend und so langsam müsste ich mich nach einem Schlafplatz umsehen. Das übliche geschieht: ich werde an der Tankstelle Angesprochen. Von einem ganz seltsam wirkenden Typen mit rosa T-Shirt und Lederkutte darüber, der zufolge es sich um einen Motorradfahrer handeln muss. Er gibt mir zu verstehen, dass ich mitkommen soll, und prompt sehe ich sein Trike hinter der Zapfsäule stehen, mit dem er unterwegs ist. Selbstverständlich folge ich der urigen Käfer-Dreirad-mit-Disco-Sound-Konstruktion, da ich ja bekannt naiv jedem Depp hinterherfahre, der mir zuruft, dass ich mitkommen soll. Denn im Normalfall enden solche Kontakte mit ungeahnt weiteren tollen Begegnungen. Mal sehen. Nur 13 Kilometer weiter kommen wir zum stehen, genau an einem Motorradtreffpunkt in Vila Velha. Fünfzig, sechzig Karren parken vor einer Kneipe, und scheinbar hunderte Menschen stehen auf dem Parkplatz. Im Nullkommanix hat sich eine Traube um mich gebildet, da beladene Ténérés mit fremden Kennzeichen doch nicht alle Tage dort auftauchen. Man reicht mir ein Bierchen und ruft nach zwei weiteren Personen, die ich unbedingt treffen müsse. Warum ist mir zwar unklar, aber ich bin bereit wen auch immer zu treffen, da ich das Gefühl habe, das mich das Schicksal wie immer in die richtigen Hände legen wird.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="norm_mail_84_geschm-2_2gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-2_2gr.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-2_2gr" width="430" height="320" /><img class="picpageleft" title="norm_mail_84_geschm-2_1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-2_1.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-2_1" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="norm_mail_84_geschm-2_4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-2_4.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-2_4" width="210" height="157" /><img class="picpagecenter" title="norm_mail_84_geschm-2_3gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-2_3gr.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-2_3gr" width="430" height="320" />Genau so läuft es dann auch. Dimas und Maline stellen sich vor, sie sind neben dem örtlichen Mopedverein auch Mitglieder im XT600 Club und haben selbstverständlich auch schon von mir gehört – aus dem Internet und natürlich aus dem Fernsehen. Klar, ich müsse die Nacht bei Ihnen verbringen, da auch sie XT-Fahrer sind. Ist doch logisch.</p>
<p><img class="picpageleft" title="norm_mail_84_geschm-4_1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-4_1.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-4_1" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="norm_mail_84_geschm-4_4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-4_4.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-4_4" width="210" height="157" /><img class="picpagecenter" title="norm_mail_84_geschm-4_2gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-4_2gr.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-4_2gr" width="430" height="320" />Weils bei den beiden so schön ist, würde ich ja schon noch gerne etwas länger bleiben. Aber auf der Flucht ins Ausland, sollte man genau dies nicht tun, daher verzichte ich auf das Angebot, und packe meine Sachen. Ich befinde mich nun auf dem Weg nach Rio de Janeiro. Das Wetter ist, wie schon bisher auf dieser Flucht, ziemlich bescheiden, was mich zumindest davon abhält, ständig anzuhalten, um Fotos zu machen. Auch die Polizei scheint das so zu sehen, und lässt mich an insgesamt drei Kontrollposten winkend vorbeiziehen. Kurz vor Rio dann doch ein Rauswinken. Zu meiner Überraschung freut sich der Beamte mein Motorrad zu sehen, da auch er – privat – eine Ténéré besitzt und mir die tollsten Fragen stellt, warum und weshalb ich was umgebaut habe und ob ich schon Mitglieder vom XT600-Club kennen gelernt habe. Nach 20 Minuten Plaudern über Einzylinder, Umbauten, Fahrspaß und Reiseabenteuern, verabschiedet sich der nette „Kollege“ und wünscht mir eine gute Reise, ohne meine Papiere auch nur eines Blickes zu würdigen…</p>
<p><a rel="lightbox" href="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-3_gr_lightbox.jpg"><img class="picpagecenter" title="norm_mail_84_geschm-3_gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-3_gr.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-3_gr" width="430" height="320" /></a>Ankunft in Rio de Janeiro. Ein Termin steht mir bevor. Der Besuch von ERÊ, einer Firma, die Motorradsitzbänke herstellt, veredelt oder umbaut. Nur wenige Tage zuvor erreichte mich eine Email dieser Firma, wo mir der Chef anbot, doch einfach mal vorbeizuschauen, um mir eine neue Sitzbank zu verpassen. Man habe von mir im XT600 Forum gelesen und sogar meinen Fernsehauftritt gesehen. Klar, dass ich dieses Angebot nicht ausschlagen kann, da meine Original-Sitzbank mit nunmehr 17 Jahren nicht mehr im Besten Zustand ist. Schon gleich nach meiner Ankunft zaubert ein Mitarbeiter eine bereits fertig präparierte Stufensitzbank mit Lederüberzug aus dem Regal, auf dem ein Zettel klebt: „Für den Deutschen“.<br />
Gerne würde ich diese extrem bequeme Variante so nehmen, wie sie ist, aber leider nimmt sie viel Platz auf dem Gepäckträger ein, wo nun mal mein Gepäck verzurrt wird. Also bitte ich Eduardo Erê, ob er nicht stattdessen meine alte Sitzbank umbauen könne, was problemlos möglich ist.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="norm_mail_84_geschm-4_3gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-4_3gr.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-4_3gr" width="430" height="320" />Mit neuer Sitzbank und einem unglaublich besserem Gefühl im Hintern fahre ich nach Leme, in die Favela, wo ich vor einem halben Jahr zuletzt gewohnt habe. Wie immer ist Mattias, der Österreicher im Chill&amp;Surf anwesend und freut sich, mich wiederzusehen. Ein Tag will ich bleiben, aber drei werden draus. Zu schön der Blick, zu warm das Wasser an der Copacabana und zu nett die allgemeine Stimmung in der Altstadt, beim abendlichen Ausgehen.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="norm_mail_84_geschm-5_1gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-5_1gr.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-5_1gr" width="430" height="320" /><img class="picpageleft" title="norm_mail_84_geschm-5_2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-5_2.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-5_2" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="norm_mail_84_geschm-5_3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-5_3.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-5_3" width="210" height="157" /><img class="picpagecenter" title="norm_mail_84_geschm-5_4gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-5_4gr.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-5_4gr" width="430" height="320" />Dann jedoch steht Sao Paulo als Ziel auf dem Plan. Sind geschmeidige 450 Kilometer auf der Autobahn, weshalb ich mit keiner Kontrolle zu rechnen habe, da man als Motorradfahrer an den Mautstationen nicht anhalten muss. Problemlos erreiche ich Sao Paulo und sitze bei meinen Freunden Marcos und Elaine Nakamura am Tisch, die wie selbstverständlich auch Mitglieder im XT600 Club sind. Doch nach einigen Stunden stehen schon Marcio und Daniel auf der Matte. Die beiden habe ich vor drei Monaten in Salvador kennen gelernt und nun haben sie erfahren, dass ich in Sao Paulo sei. Klar, ich muss meine Sachen packen und ihnen folgen, da ich bei den Nakamuras schon mehrmals übernachtet habe, bei Ihnen aber nicht. Und so folge ich den beiden durch das nicht enden wollende, gefühlte 35 Kilometer lange Zentrum von Sao Paulo, bis wir am Club Pegasus anhalten, wo deren Freunde und Bikerkollegen schon auf uns warten. Ich lerne so viele Leute kennen, die mich alle einladen und beherbergen wollen, dass ich locker drei Wochen bleiben müsste, bis ich bei allen einmal gewesen wäre.</p>
<p><img class="picpageleft" title="norm_mail_84_geschm-6_1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-6_1.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-6_1" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="norm_mail_84_geschm-6_3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-6_3.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-6_3" width="210" height="157" />Letztendlich bleibe ich bei Marcio und seiner Frau, die mich netterweise am nächsten Morgen auch aus der Stadt begleiten, damit ich auch ja in die richtige Richtung fahre. Am Ende des Tages erreiche ich die Stadt Londrina, wo ich wie immer in Camillas Studenten-WG unterkommen kann – falls jemand Zuhause ist. War aber niemand, weshalb mich der gegenüberliegende Motorradladen nach einem ausgiebigen Schaufensterbummel zum Essen einlädt. Nach drei Stunden bei den beiden im Shop erreiche ich Camilla. Auch sie ist verblüfft, dass ich keine Zeit habe, und schon morgen weiterfahre. Bisher hatte sie mich eher im Unendlich-viel-Zeit-Modus kennen gelernt. Wir gehen was essen, plaudern viel und schon am nächsten Morgen steht die letzte Etappe auf dem Programm: die 500 Kilometer bis zur Grenze nach Guardia mit dem Ziel, irgendwie ohne zu viele Probleme über den Paraná-Fluss nach Paraguay auszureisen.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="norm_mail_84_geschm-6_2gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-6_2gr.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-6_2gr" width="430" height="320" /><img class="picpagecenter" title="norm_mail_84_geschm-6_4gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-6_4gr.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-6_4gr" width="430" height="320" />Wie ich meine Reise bisher erlebt habe, wird auch das irgendwie klappen. Und wenn nicht, ist es die Grundlage für das nächste Abenteuer. Was bleibt mir also übrig, als mich überraschen zu lassen? Wenn man Muffen hat, soll man sich der Gefahr stellen. Angriff ist die beste Verteidigung. Genau, mit solch martialischen Sprüchen kann man sein Gewissen beruhigen und auf das Polizeigebäude in Guardia mit völliger Souveränität zufahren.<br />
Eine äußerst attraktive blonde Brasilianerin in Uniform steht mir gegenüber, als ich in der Abteilung Migration meinen Pass präsentiere. &gt;&gt; Reisen Sie nach Brasilien ein, oder wollen sie das Land verlasen? &gt;&gt; fragt sie mich. Wahrheitsgemäßes antworte ich, dass ich das unglaublich schöne Brasilien leider verlassen muss und fast schon auf dem Sprung nach Paraguay bin. Sie nimmt meinen Pass und haut mir einen Ausreisestempel auf die letzte Seite. Dann nimmt sie den kleinen weißen Zettel, auf dem mein Einreisedatum mit dem gleichen Stempel zu sehen ist, heraus, dreht sich schon von mir weg, als sie dann doch große Augen macht und sagt: &gt;&gt; Hey, Moment mal, Sie waren ziemlich lange illegal in Brasilien!&lt;&lt;</p>
<p><img class="picpagecenter" title="norm_mail_84_geschm-7_1gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-7_1gr.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-7_1gr" width="430" height="320" /><img class="picpageleft" title="norm_mail_84_geschm-7_3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-7_3.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-7_3" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="norm_mail_84_geschm-7_4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-7_4.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-7_4" width="210" height="157" />&gt;&gt; Ja, ich weiß. Aber ich hatte eine Motorpanne und musste ziemlich lange auf Ersatzteile warten!&lt;&lt; Währenddessen krame ich einen Sack voller alter Kolben und Ventile aus meinem Rucksack, um Ihr bildhaft zu demonstrieren, dass es keine Faulheit meinerseits war, das Land fristgerecht zu verlassen, sondern das es einzig und allein technische Gründe waren, die mir eine Zwangspause verpassten.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="norm_mail_84_geschm-7_2gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-7_2gr.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-7_2gr" width="430" height="320" />&gt;&gt; Uhhh, Sie müssen nun eine teure Strafe zahlen, da sie zwei Monate zulange in Brasilien waren und pro Tag 7 Reais (2,60 Euro) berechnet werden! Das macht dann 420 Reais (155 Euro)! &lt;&lt;</p>
<p>&gt;&gt; Aber gute Frau, das ist ziemlich viel Geld, außerdem war es doch nicht meine Schuld, dass ich länger geblieben bin. Sehen Sie, ich habe in den zwei Monaten doch auch in die Brasilianische Wirtschaft investiert, habe Hotels unterstützt, Lebensmittel gegessen, Ersatzteile gekauft und mein Geld bereits im Land ausgegeben. Warum sollte ich da noch eine Strafe zahlen? Stattdessen würde ich sie lieber nach Ihrer Schicht zum Essen einladen, da wäre das Geld doch sicher besser angelegt, oder was halten Sie davon? &lt;&lt;</p>
<p><img class="picpagecenter" title="norm_mail_84_geschm-8_1gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-8_1gr.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-8_1gr" width="430" height="320" /><img class="picpageleft" title="norm_mail_84_geschm-8_2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-8_2.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-8_2" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="norm_mail_84_geschm-8_4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-8_4.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-8_4" width="210" height="157" />Die Dame muss mit dem Chef sprechen. Inzwischen gehe ich nach draußen zu meinem Moped und sehe, wie fast alle Polizisten im Haus Interesse an der beladenen Maschine haben. Einige stellen mir Fragen, andere wollen ein Foto machen. Im Augenwinkel beobachte ich einige Minuten später, wie die adrette Blonde mit dem offensichtlichen dicken Polizeichef am Ausgang stehen. Sie diskutieren, er guckt extrem grimmig, scheint nicht zu mögen, dass alle Beamte dank des Illegalen gute Laune haben, lachen und sich mit ihren Handykameras mit der Ténéré ablichten lassen. Immerhin kommt die Dame auf mich zu und teilt mir mit, dass aufgrund der Tatsache, dass sie mir aus Versehen schon einen Ausreisestempel in den Pass gedrückt habe, ich nun auf der Stelle das Land verlassen müsse, und zudem solle ich versprechen, innerhalb eines Jahres nicht mehr nach Brasilien zurückzukommen! Noch wichtiger sei, dass ich jetzt sofort auf die Fähre nach Paraguay komme, da die letzte in wenigen Minuten fährt und ich sonst nicht mehr auf die andere Seite des Flusses kommen werde, was dazu führe, dass ich noch eine Nacht in Brasilien verbringen müsste, was auf gar keinen Fall ginge, und die Sache unglaublich verkompliziere!</p>
<p><img class="picpagecenter" title="norm_mail_84_geschm-8_3gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_84_geschm-8_3gr.jpg" alt="norm_mail_84_geschm-8_3gr" width="430" height="320" />&gt;&gt; Kein Problem &lt;&lt; sage ich Ihr voller Freude, &gt;&gt; ich bin so gut wie weg. Aber was ist mit unserem Dinner heute Abend? &lt;&lt;</p>
<p>&gt;&gt; Verschwinden Sie, SOFORT! &lt;&lt;</p>
<p>Gut, dann rolle ich jetzt mal ganz geschmeidig zur Fähre, fahre nicht mehr zum Zoll, der rund 18 Kilometer entfernt liegt, sondern kläre alles weitere im Nachbarland Paraguay. Es geht doch!</p>
<p>Normen</p>
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		<title>Mail83 &#8211; Gegeben ist&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Jun 2009 13:03:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ratapinada</dc:creator>
				<category><![CDATA[Südamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[Normens Weltreise 83 – Gegeben ist&#8230; Mail vom 07. Juni 2009 Gegeben ist folgende Situation: Mein Moped ist kaputt, ich warte seit Wochen auf Ersatzteile, mein Status im Land ist illegal und mich erwartet ein Haufen Aerger, sobald mich die Polizei kontrolliert. Dazu muss es natuerlich erst einmal kommen, weshalb mir Freunde empfehlen, erst mal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Normens Weltreise 83 – Gegeben ist&#8230;<br />
Mail vom 07. Juni 2009</p>
<p><img class="icon" title="icon.jpg" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2006/11/icon.jpg" alt="icon.jpg" width="58" height="80" />Gegeben ist folgende Situation: Mein Moped ist kaputt, ich warte seit Wochen auf Ersatzteile, mein Status im Land ist illegal und mich erwartet ein Haufen Aerger, sobald mich die Polizei kontrolliert. Dazu muss es natuerlich erst einmal kommen, weshalb mir Freunde empfehlen, erst mal ganz locker der Tatsache ins Auge zu blicken: Solange das Motorrad nicht laeuft, haelt mich auch keine Polizei an. Ganz einfach. Bis es soweit ist, solle ich gefaelligst die Lage geniessen.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="norm_mail_83_gegeben-6_4gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-6_4gr.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-6_4gr" width="430" height="320" />Was bleibt mir auch anderes uebrig, denn an der gegebenen Situation kann ich nunmal nichts aendern. Immerhin <span id="more-1766"></span>scheint fast jeden Tag die Sonne und das Wasser am Strand ist auch immer muckelig warm zum Baden. Es gibt definitv schlechtere Orte, wo es mich haerter getroffen haette, fuer laenger zu bleiben.</p>
<p>Auf der Suche nach einer Loesung, rufe ich bei der Deutschen Botschaft an. Diese empfiehlt, das Land sofort zu verlassen, um einer moeglichen, aber nicht zwangslaeufigen Abschiebung zu entgehen. Geht aber bekanntlich nicht, da sonst meine Tenere zurueckbleiben muesste, was deshalb nicht geht, weil ich bei der Einreise ein Zolldokument unterschrieben habe, in dem ich bestaetige, dass ich die Karre nach Ablauf meines Visums wieder mit ins Ausland fahre, da sonst eine Importsteuer von 3000 Dollar zahlen muss. Klar, ich will keine Importsteuer zahlen, erst recht nicht beim Verlassen des Landes.</p>
<p><img class="picpageleft" title="norm_mail_83_gegeben-1_1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-1_1.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-1_1" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="norm_mail_83_gegeben-1_2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-1_2.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-1_2" width="210" height="157" />Und so vergeht die erste Woche, bis das erste Paket eintrifft. Dank einem Schreiben meiner Freunde von Yamaha-Deutschland an die Kollegen von Yamaha-Brasilien hat man wohl den Ernst der Lage erkannt und flux die Teile rausgeschickt. Vermutlich war man sich dort zunaechst nicht sicher, ob es mich wirklich gibt und so hat die E-Mail von Herrn Vetter tatsaechlich Wunder gewirkt, denn ploetzlich reagiert man und alles sei kein Problem. Super. Schwupp stehe ich mit den neuen Dichtungen beim Yamaha-Haendler und hoffe, dass wir diesmal sofort loslegen koennen. Koennen wir aber nicht, da uns Chefschrauber Jair erzaehlt, dass der Zylinder erst einmal zum Vermessen weggebracht wurde, um festzustellen, ob er sich durch die starke Hitze beim Fahren ohne Wasser eventuell verzogen hat. Dann muesste man ihn Planschleifen und erst dann kann es weitergehen. Ich frage mich, warum er erst jetzt auf die Idee kommt, und nicht schon am Tag der Motoroeffung. Hhhmmmm.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="norm_mail_83_gegeben-1_3gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-1_3gr.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-1_3gr" width="430" height="320" /><img class="picpagecenter" title="norm_mail_83_gegeben-1_4gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-1_4gr.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-1_4gr" width="430" height="320" />Was soll’s. Es ist Freitag, vor naechster Woche laeuft hier sowieso nichts mehr. Fuenf Tage spaeter ruft der Haendler an, mein Zylinder sei wieder zurueck in der Werkstatt und wir sollten mal zu einem Gespraech vorbeikommen. Nun, der Zylinder musste tatsaechlich plangeschliffen werden, daher habe das einige Tage gedauert. Hinzu kommt, dass sich die Buchsen ovalfoermig verschlissen haben und man empfiehlt uns, dringend neue Kolben zu besorgen, da sonst stark erhoehter Oelverbrauch droht. Nungut, obwohl ich es eigentlich eilig habe, entscheide ich mich fuer diesen Schritt, da er mir vermutlich einen Haufen Aerger erspart, falls mir unterwegs in Mittelamerika die Karre kaputtgeht und wer weiss, ob ich dann Zugang zu Ersatzteilen oder ein Dach ueber den Kopf habe. &gt;&gt;War das alles, oder brauchen Sie noch weitere Teile?&lt;&lt; Frage ich vorsichtig nach. Nein, das sei alles, nach Ankunft dieser Teile wird die Yamaha wieder startklar sein, berichtet mir Jair, der Chefschrauber.</p>
<p><img class="picpageleft" title="norm_mail_83_gegeben-2_1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-2_1.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-2_1" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="norm_mail_83_gegeben-2_2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-2_2.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-2_2" width="210" height="157" /><img class="picpageleft" title="norm_mail_83_gegeben-2_3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-2_3.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-2_3" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="norm_mail_83_gegeben-2_4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-2_4.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-2_4" width="210" height="157" />Ab nach Hause. Dinelli und ich schreiben erneut einen Brief nach Yamaha, obwohl es mir schon unangehm ist, nach weiteren Teilen zu fragen. Aber es geht irgendwie nicht anders, da ich die Kolben mit Uebermass woanders nunmal nicht kaufen kann. Wir geben die Bestellnummern der Kolben, Kolbenringe, Kolbenbolzen und Clips durch, und bedauern mitteilen zu muessen, dass das Ganze auch noch Dringend sei. Prompt teilt man uns mit, dass die Teile sofort auf die Reise geschickt wurden. Kaum zu fassen, aber nur vier Tage spaeter ist das Paket da, doch ueberraschenderweise fehlt ein Satz Kolbenringe! Wohl oder uebel muessen wir einen weiteren Brief schreiben, um auch dieses letzte Teil zu bekommen.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="norm_mail_83_gegeben-3_3gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-3_3gr.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-3_3gr" width="430" height="320" /><img class="picpageleft" title="norm_mail_83_gegeben-3_2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-3_2.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-3_2" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="norm_mail_83_gegeben-3_4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-3_4.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-3_4" width="210" height="157" /><img class="picpagecenter" title="norm_mail_83_gegeben-3_1gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-3_1gr.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-3_1gr" width="430" height="320" />Die naechste Mail mit dem Hinweis, dass ein Teil fehlt, ohne das es leider nicht weitergeht, ist schnell geschrieben. Dummerweise bekommen wir kein Feedback, da unser Ansprechnpartner in Sao Paulo nicht anwesend ist. Und so bleibt uns nur das Uebliche zu tun: Abwarten und das brasilianische Leben geniessen, was nach Meinung vieler Einheimischer am Besten beim Bierchentrinken am Strand geht. Eine einfache Uebung fuer den heimischen XT-Club. Man kennt schliesslich die besten Straende, also die Straende, wo guenstig eiskaltes Bier verkauft wird. Das Meerwasser hat sowieso stets Badewassertemperatur und so geht ein Wochenende in der Tat viel schneller rum, als wenn man Zuhause auf ein Paket mit Kolbenringen wartet.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="norm_mail_83_gegeben-4_1gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-4_1gr.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-4_1gr" width="430" height="320" /><img class="picpageleft" title="norm_mail_83_gegeben-4_2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-4_2.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-4_2" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="norm_mail_83_gegeben-4_3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-4_3.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-4_3" width="210" height="157" /><img class="alignnone size-full wp-image-1750" title="norm_mail_83_gegeben-4_4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-4_4.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-4_4" width="157" height="210" />Der Mittwoch drauf bekommen wir eine Mail von unserem Yamaha-Pressemann aus Sao Paulo, dass er gerade erst die Mail gelesen habe und dass er problemlos ein weiteres Paket rausschicken werde. Es kommt halt nur nicht sofort an, was mir wieder die Zeit fuer einen mehrtaegigen Stadtbummel durch Salvador ermoeglicht, was auch schoen ist. Das naechste Wochenende steht sowieso schon wieder vor der Tuer! Langsam, im wahrsten Sinne des Wortes, ist es mir egal, wie lange das ganze noch dauert. Ob ich nun zwei oder sechs Wochen illegal im Land bin, ist doch vollkommen wurscht, die Strafe wird sicherlich gleich ausfallen. So kann ich wenigstens die Zeit bei meinen Freunden vom XT-Club geniessen. Prost, ich gehe jetzt Baden.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="norm_mail_83_gegeben-5_1gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-5_1gr.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-5_1gr" width="430" height="320" /><img class="picpageleft" title="norm_mail_83_gegeben-5_2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-5_2.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-5_2" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="norm_mail_83_gegeben-5_3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-5_3.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-5_3" width="210" height="157" />Wunder werden wahr, als das Paket mit den Kolbenringen ankommt. Jetzt laeuft meine XTZ wieder bald. Vermute ich. Theoretisch. Praktisch nicht wirklich, denn als wir beim Yamaha-Haendler unserem Chefschrauber Jair gegenueberstehen und alle benoetigten Ersatzteile praesentieren, fragt er uns ernsthaft:</p>
<p><img class="picpagecenter" title="norm_mail_83_gegeben-5_4gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-5_4gr.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-5_4gr" width="430" height="320" />&gt;&gt; &gt;&gt;Und was ist mit den Ventilen?&lt;&lt;<br />
Mir bleibt nichts uebrig, als eine Gegenfrage zu stellen, und zwar mit schroffem Unterton, was sonst gar nicht meine Art ist. &gt;&gt;WAS ist mit den VENTILEN?&lt;&lt;</p>
<p>Ja, die sehen auch nicht mehr so gut aus, verkuendet er laut und mir faellt nichts weiter ein als zu fragen, warum er das denn nicht vorher gesagt habe, als ich ihn fragte, ob er noch weitere Teile benoetige?</p>
<p>Wieder eines dieser Dinge, die ich nicht verstehe. Kann er nicht einfach anrufen, wenn er was vergessen hat? Oder sollte ich besser aufhoeren, mich auf „Fachleute“ zu verlassen, die angeblich wissen, was sie tun? Dinelli und ich fahren zur Zylinderschleiferei und wollen uns persoenlich ein Bild von den Ventilen machen. In der Tat sind fuenf der sechs Einlassventile stark abgenutzt und es waere nur eine Frage der Zeit, bis der Ventilteller einer dieser Exemplare abbrechen wuerde. Die Auslassventile sind zwar noch besser in Schuss, aber ihren Zenit haben sie auch schon laengst ueberschritten.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="norm_mail_83_gegeben-6_1gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-6_1gr.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-6_1gr" width="430" height="320" /><img class="picpageleft" title="norm_mail_83_gegeben-6_2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-6_2.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-6_2" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="norm_mail_83_gegeben-6_3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-6_3.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-6_3" width="210" height="157" />Dinelli und ich sind uns einig, dass wir es nicht bringen koennen, eine weitere Mail an Yamaha mit der Bitte um Ventile zu schreiben. Daher ruft er seine Freunde in Sao Paulo an, die sich auf zu diversen Haendlern machen, um diese Teile spontan zu kaufen. Doch als sich Marcio am Telefon meldet und berichtet, ein einziges Ventil wuerde umgerechnet rund 60 Euro kosten plus weiteren Kleinkram wie Ventilfuehrungen und so, entscheiden wir uns schweren Herzens, doch noch mal eine Mail in die Yamaha-Zentrale zu schicken. Was habe ich schon zu verlieren? Ich erinner mich an den Spruch meiner Mutter: Ein „Ja“ kann man kriegen, ein „Nein“ hat man ganz sicher. Genau so sieht das aus. Bei 10 Ventilen, die ich benoetige, sicherlich ein Versuch wert.</p>
<p><img class="picpageleft" title="norm_mail_83_gegeben-7_1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-7_1.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-7_1" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="norm_mail_83_gegeben-7_2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-7_2.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-7_2" width="210" height="157" /><img class="picpageleft" title="norm_mail_83_gegeben-7_3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-7_3.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-7_3" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="norm_mail_83_gegeben-7_4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-7_4.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-7_4" width="210" height="157" />Kuerzen wir die Sache ab: Die Zeit vergeht, das Paket kommt, neun Ventile sind drin, eines fehlt. Dennoch ueberwiegt die Freude. Das fehlende wird zusaetzlich angefordert, kommt mit anderem Teilecode wenig spaeter, passt sogar, der Zusammenbau kann beginnen. Einer der nagelneuen Kolben weist eine ungenauigkeit auf, weshalb die neuen Kolbenringe nicht in ihre Nut passen. Eine Feile loest das Problem nach 15 Minuten Feinschliff. Alles passt, aus den Dichtungen quillt Silikon, Deckel drauf, Benzin rein: Die Karre laeuft! Alles klar, sofort gehe ich auf Testfahrt, verabschiede mich dabei bei meinen Freunden hier und da und schon am naechsten Tag wird die Tenere beladen, so wie immer.</p>
<p><img class="picpageleft" title="norm_mail_83_gegeben-8_1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-8_1.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-8_1" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="norm_mail_83_gegeben-8_2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-8_2.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-8_2" width="210" height="157" /><img class="picpagecenter" title="norm_mail_83_gegeben-8_3gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-8_3gr.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-8_3gr" width="430" height="320" /><img class="picpagecenter" title="norm_mail_83_gegeben-8_4gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/06/norm_mail_83_gegeben-8_4gr.jpg" alt="norm_mail_83_gegeben-8_4gr" width="430" height="320" />Dinelli, Carla und Elisa verabschieden sich von mir, als waere ich ein Teil der Familie. Kommt mir auch so vor, nach rund zwei Monaten im Exil. Alle hoffen, dass ich ohne Kontrollen durchkomme und druecken mir die Daumen. Gegeben ist nun folgendes:<br />
Frischer Motor nach „nur“ 94.000 Kilometern auf Reise, noch immer illegal im Land, aber mit viel besserem Gefuehl, jede Menge Freunde, die mir versichern, dass ich auf alle Faelle eines Tages wiederkommen solle und die Gewissheit, dass spannende 2500 Kilometer Fahrt zur Grenze vor mir liegen. Ich lass mich ueberraschen.</p>
<p>Normen</p>
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		<title>Mail82 &#8211; Pustekuchen</title>
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		<pubDate>Mon, 27 Apr 2009 16:23:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>ratapinada</dc:creator>
				<category><![CDATA[Südamerika]]></category>

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		<description><![CDATA[Normens Weltreise 82 – Pustekuchen Mail vom 26. April 2009 Schnell abhauen. Genau. So hab ich es mir am Ende der letzten Folge vorgenommen. Na dann mach ich das am besten auch gleich einmal. Aus verstaendlichen Gruenden, schliesslich war da was von wegen Abschiebehaft, falls ich mich zulange illegal im Land aufhalten sollte. Erster Rekord: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Normens Weltreise 82 – Pustekuchen<br />
Mail vom 26. April 2009</p>
<p><img class="icon" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2006/11/icon.jpg" alt="icon" />Schnell abhauen. Genau. So hab ich es mir am Ende der letzten Folge vorgenommen. Na dann mach ich das am besten auch gleich einmal. Aus verstaendlichen Gruenden, schliesslich war da was von wegen Abschiebehaft, falls ich mich zulange illegal im Land aufhalten sollte.</p>
<p>Erster Rekord: ich packe mein Motorrad in nur einer halben Stunde Abfahrbereit. Zweiter Rekord: ich verabschiede mich schneller bei Bruno und Liv, als ich das sonst machen wuerde.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="norm_mail_82_pustek-3_3gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/04/norm_mail_82_pustek-3_3gr.jpg" alt="norm_mail_82_pustek-3_3gr" width="430" height="320" />Dritter Rekord: ich fahre 550 Kilometer am Stueck, von Olinda Richtung Bahia, ohne anzuhalten! Der Tank ist dabei gerade mal halbleer, nur mein Hintern scheint <span id="more-1713"></span>fuer immer verformt zu sein. Dann endlich erreiche ich das Zuhause von Dinelli und Carla in Salvador, wo ich schon zuvor gewohnt hatte, diesmal jedoch mit der Ausnahme, dass ich nur eine Nacht bleiben werde, weil ich schon morgen den Status des illegalen Einwanderers habe.</p>
<p>Keine Ahnung, wie ich es von hier bis zur Grenze schaffen soll, ohne dass mich die Policia Rodoviaria zur Passkontrolle zwingt. Mangels Alternativen muss ich wohl oder uebel das Risiko eingehen und hoffen, dass ich von unnoetigen Kontrollen verschont bleibe. Der naechste Tag beginnt glatt. Lecker Fruehstueck, ein sonniger Morgen, optimale Bedingungen also, die Reise nach Rio de Janeiro anzutreten. Schnell sind die paar Klamotten fuer die Nacht im Gepaeck verstaut, das Moped ist beladen, kurze Verabschiedung und per Knopfdruck meldet sich der 850er Motor zum Leben. Pustekuchen.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="norm_mail_82_pustek-1_2gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/04/norm_mail_82_pustek-1_2gr.jpg" alt="norm_mail_82_pustek-1_2gr" width="430" height="320" /><img class="picpageleft" title="norm_mail_82_pustk-1_1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/04/norm_mail_82_pustk-1_1.jpg" alt="norm_mail_82_pustk-1_1" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="norm_mail_82_pustek-1_3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/04/norm_mail_82_pustek-1_3.jpg" alt="norm_mail_82_pustek-1_3" width="210" height="157" /><img class="picpagecenter" title="norm_mail_82_pustek-1_4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/04/norm_mail_82_pustek-1_4.jpg" alt="norm_mail_82_pustek-1_4" width="430" height="320" />Der Starter dreht zwar den Motor, man hoert die Kolben auf und ab wandern, aber die Kiste springt nicht an. Hhhmmm. Das hatte ich noch nicht. Gestern Abend bin ich noch in diese Tiefgarage gefahren, ganz normal und nun will sie nicht mehr anspringen? Seltsam, aber gut, checken wir doch einfach mal die wichtigen essentiellen Dinge. Benzin ist noch reichlich drin, das Öl ist auf optimalem Level, nirgendwo tropft etwas aus dem Fahrzeug, das Kuehlwasser…….fehlt. So was, schnell eine 2,5-Liter-Flasche mit Wasser befuellt und ab in den Kuehler damit! Jetzt wird’s spannend. Der gesamte Inhalt der Flasche ist eingefuellt und noch immer scheint Platz fuer noch mehr Fluessigkeit zu sein. Das ist kein gutes Zeichen. Noch einen halben Liter schuette ich hinterher, dann ist der Kuehler voll. Ja war da denn nichts mehr drin? Es scheint so. Wo mag das ganze Kuehlwasser wohl geblieben sein? Schliesslich habe ich gestern beim Fahren nichts ungewoehnliches bemerkt. Egal. Ich drehe die beiden Zuendkerzen aus den Zylindern und druecke erneut den Starterknopf. Was mir entgegenkommt ist eine meterhohe Wasserfontaene, quasi ein Yamaha-Springbrunnen! Das ist ein gaaaaaanz schlechtes Zeichen, da es dem aufmerksamen Schrauber deutlich zeigt, dass sich Wasser aus dem Kuehlkreislauf ploetzlich dort befindet, wo es definitiv nicht hingehoert: in den Zylindern!</p>
<p><img class="picpageleft" title="norm_mail_82_pustek-2_1" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/04/norm_mail_82_pustek-2_1.jpg" alt="norm_mail_82_pustek-2_1" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="norm_mail_82_pustek-2_3" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/04/norm_mail_82_pustek-2_3.jpg" alt="norm_mail_82_pustek-2_3" width="210" height="157" />Aus meiner spontanen Abreise aus Salvador nach Rio de Janeiro wird es dann heute wohl nichts mehr. Pustekuchen. Stattdessen nimmt sich Dinelli spontan frei, besorgt einen Anhaenger, waehrend ich beim Yamaha-Haendler in Salvador telefonisch nachfrage, ob sie eine Zylinderkopfdichtung auf Lager haben. Haben sie, behaupten sie zumindest. Das wuerde bedeuten, dass ich den TRX-Motor noch heute aufmachen kann, um besagte neue Dichtung einzubauen, die allem Anschein nach die Ursache fuer den Defekt darstellt. Schon morgen koennte die Fahrt dann weitergehen.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="norm_mail_82_pustek-2_2gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/04/norm_mail_82_pustek-2_2gr.jpg" alt="norm_mail_82_pustek-2_2gr" width="430" height="320" />Eine Stunde spaeter stehen wir vor dem Yamaha-Laden, dessen Chef uns durch die Werkstatt dirigiert, wo die Ténéré dann zerlegt werden kann. Nachdem ich den Tank entfernt, das Restwasser aus dem Auspuff abgelassen und den Ventildeckel vom Motorgehaeuse demontiert habe, frage ich „Jair“ nach der Dichtung. Er sagt, dass er diese nicht habe, worauf ich frage, warum er denn am Telefon vor einer halben Stunde behauptete, dass er eine habe. Er erklaert, dass er auf meine Frage „Haben Sie die Dichtung?“ geantwortet habe, dass er eine Dichtung habe, wenn er sie bestellt. Und wenn die dann geliefert wird, ja dann habe er eine Dichtung fuer mich. Aha, klar, verstehe. Gut, dann bestell die mal per Express, dann haben wir sie Morgen oder Uebermorgen. Doch „Jair“ winkt ab, Lieferungen aus Sao Paulo benoetigen so drei Wochen. So circa, vielleicht auch laenger, die Yamaha-Zentrale liegt schliesslich nicht um die Ecke.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="norm_mail_82_pustek-2_4gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/04/norm_mail_82_pustek-2_4gr.jpg" alt="norm_mail_82_pustek-2_4gr" width="430" height="320" />Drei Wochen oder laenger? Hah! Dann kann ich ja auch direkt in Deutschland bestellen und mir per DHL in zwei Tagen ein Paket nach Salvador senden lassen! Vergehen Wochen, sitze ich wohlmoeglich schon im Knast oder im Zwangsflieger nach Europa. Ok, ich erklaere ihm, dass wenn er das Teil nicht in kuerzerer Zeit bestellen kann, dass ich es selber machen werde.</p>
<p>Dinelli und ich fahren nach Hause, ich beginne, die Original-Bestellnummern aus meinen Unterlagen herauszusuchen, waehrend er bei Yamaha-Brasilien telefonisch den richtigen Ansprechpartner herauszufinden versucht. Nach ein paar Stunden wissen wir, welche exakten Teile wir benoetigen und an wen wir uns bei Yamaha in Sao Paulo wenden muessen. Leider ist die zustaendige Person nicht persoenlich anwesend, weshalb wir Morgen noch einmal anrufen sollen.</p>
<p><img class="picpagecenter" title="norm_mail_82_pustek-3_1gr" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/04/norm_mail_82_pustek-3_1gr.jpg" alt="norm_mail_82_pustek-3_1gr" width="430" height="320" />Genau das haben wir auch gemacht und dabei vorher folgende Ueberlegung angestellt: Wenn man aus Deutschland ein Paket innerhalb von zwei Tagen nach Salvador senden kann, dann muesste das jawohl auch innerhalb Brasiliens funktionieren. Natuerlich nur theoretisch. Praktisch bestellen wir am Ende ein paar Teile, die angeblich sofort herausgeschickt wurden. Eine Woche spaeter ist noch keine Lieferung angekommen und ich stehe somit mitten in Brasilien ohne Ersatzteile, ohne fahrbereites Motorrad und bekanntlich ohne gueltiges Visum.</p>
<p><img class="picpageleft" title="norm_mail_82_pustek-3_2" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/04/norm_mail_82_pustek-3_2.jpg" alt="norm_mail_82_pustek-3_2" width="210" height="157" /><img class="picpageright" title="norm_mail_82_pustek-3_4" src="http://www.kunane.com/wp-content/uploads/2009/04/norm_mail_82_pustek-3_4.jpg" alt="norm_mail_82_pustek-3_4" width="210" height="157" />Was bleibt mir also uebrig, als abzuwarten, die Zeit zu geniessen, bei zwei oder drei Caiprinhas einfach einzuschlafen und am Strand ein Damen-Beachvolleyball-Turnier zu besuchen? Vielleicht hat dieses Geduldsspiel ja am Ende auch noch was Gutes. Vielleicht werden meine Anekdoten aus der Abschiebehaft ja ein Bestseller? Vielleicht treffe ich ja so meine Traumfrau, heirate spontan und entfliehe so dem illegalen Dasein. Vielleicht kommen naechste Woche auch einfach nur meine dringend benoetigten Ersatzteile an und ich fahre problemlos Richtung Ausland. Weiss man’s?</p>
<p>Normen</p>
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