Mail 29

Normens Weltreise 29 – And the winner is…
Mail vom 30. Mai 2004

icon.jpgIhr seid ja echt am abfahren!!! Hatte ich nicht ausdruecklich gesagt, dass sich der maximale Beitrag auf 6,99 Euro beschraenken sollte? Aber nein, Ihr wollt ja nicht hoeren. Fuer die, die jetzt gerade nicht wissen, um was es geht, ich hatte in Mail Nummer 25 zur Aktion Sektsaufen fuer den Frieden und so aufgerufen, meine Kontonummer hinterlassen und erhofft, dass mir der eine oder andere doch ein paar lumpige Euros zukommen lassen wuerde. Nein, eigentlich habe ich darauf gesetzt, dass sich wenigstens die Haelfte aller in meinem Verteiler befindlichen Personen an dieser Aktion beteiligen.

Was diese Kategorie angeht, sieht es schlecht aus. Nur 22 Prozent kamen der Aufforderung nach. Was die Hoehe der Beitraege angeht, da sieht die Sache schon anders aus: Einige haben einfach mehrfach den von mir festgelegten Hoechstbetrag von 6,99 Euro ueberwiesen, andere haben sich einfach nicht drum gekuemmert und sofort groessere Betraege transferiert.

Dann gab es Leute, die meine Mails im Ténéré-Internet-Forum sowie in Leverkusens Spoekes-Kneipe verbreitet haben, worauf einige aktiv wurden und schließlich hat mein Ex-Cheffe Erik eine nette Formulierung in der April-Ausgabe des Syburgers eingebaut: „Wer auch nicht moechte, dass Normen so schnell wieder vor der Tuer steht, kann einen Beitrag auf sein Reisekonto, … (siehe Bild Norm_Syburger)

Und dann gab es da noch Menschen, die Geld ueberwiesen haben, obwohl ich sie gar nicht kenne!!! Wer macht denn so was? Woher wissen die von mir? Also liebe Leute, wer seid ihr und woher wisst ihr von meiner Aktion:

Ich danke daher einer gewissen LENA MARIA ORDOWSKI aus 64732 Bad Koenig fuer ihre „kleine Spende“, genauso wie den restlichen Unbekannten namens GERD STIER, THORSTEN HERRIG, ERNST-DETER GORNY – was auch immer Euch bewegt hat, einem Unbekannten zu helfen…
Doch kommen wir zur Siegerehrung. Gefordert waren die besten, bloedesten, unverschaemtesten oder interessantesten „Verwendungszweck“-Sprueche. And the winner is:

1. Platz: RAPID AIRSTRIKE ON NAIROBI
2. Platz: GIB ZU DU HAENGST IRGENDWO UNTER PALMEN, LAESST DIR AN DEN NIPPELN SPIELEN UND DENKST DIR ALLES AUS HEHEHE
3. Platz: WIR ERHEBEN UNSERE GLAESER AUF DICH. AUF DEIN WIRKLICHES DU-AUF UNSER WIRKLICHES UNS

Die Kreativitaetspreise gehen daher an den BGS-Commander, den laubigen Frank und an das Julius-Maty-Duo!

Nur knapp den Podestplatz verpasst haben folgende Sprueche:

* IS DOCH SCHEISSEGAL, HAUPTSACHE KOHLE…
* PROJEKT INSHALLAH, ODER WIE MAN POSITIVES DENKEN LERNT
* FUER SEXUELLE GEFAELLIGKEITEN
* NACH GOTTS WILLE, ABER MIT UNSERER HILFE
* WELTENBUMMLERFINANZAUSGLEICH
* ANZAHLUNG TAXI IN KANADA
* 4 MAL 4 PLUS 4 SIND 20 JETZT ABER BITTE WIEDER ZUM ANGENEHMEN TEIL DER WELTREISE
* BESTELLUNG EINENS FOTO MIT BUSCHFLUGZEUG MIT NORMEN UND FOLGENDEN MOTIVEN. ALTES UND EIN DUMMES GESICHT
* STATT NUTELLA
* KAUF DIR MAL WAS ANSTAENDIGES …
* JETZT WO DU 30 BIST WIE WAERS MIT NEM KLEINEN REISETRESOR
* HAPPY BIRTHDAY ,ALTER SACK FINANZSPRITZE FUER BEKLAUTEN TOURI EINE FRAGE DER FAMILIENEHRE
* HILFE FUER DRITTWELTLAENDER
* Ténéré-FAHRER SIND DIE BESTEN
* KÖLLE ALLAAF
* SOZIALHILFE

Wer meint, auf diesem Gebiet kreativer zu sein, kann dies gerne nachholen. (siehe Mail 25). Jedenfalls danke ich allen, die an dieser zugegeben seltsamen Aktion mitgemacht haben, es hat mich natuerlich riesig gefreut und verspreche, so was auch nie wieder zu tun.

Da ich mit deutlich weniger Resonanz gerechnet habe, konnte ich mir erlauben, folgende „Hilfsprojekte“ zu unterstuetzen:

1. Meinem treuen „Askari“ (Beschuetzer) Augustin habe ich seinen groessten Wunsch erfuellt und ihm ein Fahrrad gekauft. Der Mann wollte keinen Fernseher, kein Moped und auch keinen DVD-Player, sondern schlicht und einfach ein Fahrrad. Da ein neues Top-Modell hier rund 55 Euro kostet, habe ich auf ein „Gebrauchtfahrzeug“ verzichtet. Ich hoffe, ich handel damit im Sinne der Aktionaere….. (siehe Bild 2677)

mail_29_norm_2677_augustin.jpg2. Sylvia, die Frau, in die sich mein italienischer Kumpel Alberto verguckte, ist nach seiner Abreise mitsamt ihrem Sohn schwer erkrankt und musste vier Tage ins Krankenhaus. Ihr Sohn hatte Malaria, sie hatte eine Art fruehe Lungenentzuendung. Die Krankenhaus-Rechnung von rund 140 Euro haben jeweils zur Haelfte ich und Alberto uebernommen. Nun lacht der kleine wieder (siehe Bild 2250, 2259)

mail_29_norm_2250_sylvias-b.jpgmail_29_norm_2259_sylvias-b.jpg3. Einer Schule in Mosiro habe ich einen Sack voller Stifte gekauft. Damit duerften die naechsten vier Schuljahre gesichert sein – 20 Euro (Leider kein Bild, Batterien waren leer!)

4. Hinterreifen fuer Rashids Fahrrad sowie eine neue Taschenlampe

5. Neben vielen anderen weiteren Kleinigkeigen habe ich zuguterletzt ein Konto fuer Augustin eingerichtet. Klingt banal, ist aber fuer einen Kenianer mit unglaublichen Kosten und Hindernissen verbunden. Ganz zu schweigen vom „Startkapital“, das noetig ist, ein Konto ueberhaupt eroeffnen zu koennen.
Mein Eindruck ist, dass die Menschen hier kein Konto bekommen sollen, anders ist diese Politik nicht zu verstehen. Ich koennte jetzt einen gigantischen Dialog niederschreiben, der aufzeigt, dass selbst die einheimischen Banken kein Interesse an schwarzer Kundschaft hat. Jedenfalls habe ich nach langen Diskussionen mit der Geschaeftsleitung der KCB-Bank in Ukunda ein Konto fuer Augustin eroeffnet, so dass sein Gehalt nun endlich puenktlich ueberwiesen wird, statt den Launen des Geldueberreichers ausgesetzt zu sein. Ausserdem werde ich ihn regelmaessig unterstuetzen – nicht zuletzt dank Eurer Hilfe – ohne das die Kohle in irgendwelchen Organisationen versickert.
Hier bekommt ein wirklich armer Kerl (er verdient etwa 1,50 Euro pro Tag, benoetigt allerdings fuer die Ernaehrung seiner Familie etwa 1,80 Euro pro Tag) die Hilfe, von der er nie zu Traeumen gewagt haette. 60 Euro habe ich ihm vorab auf sein Konto eingezahlt, damit er vorerst nicht so hohe Gebueheren zahlen muss. Wer naemlich wenig Geld besitzt, muss dafuer richtig hohe Gebuehren zahlen. Hat man mehr als 600 Euro auf seinem Konto deponiert, ist es gebuehrenfrei! – Seltsame Sache, denn ein Kenianer mit soviel Kohle ist REICH! Nun kann er in Notfaellen Geld abheben, um beispielsweise eine Krankenhausrechnung zu bezahlen, oder seiner Familie in besonderen Faellen helfen.

6. Fast jeder, der irgendwo in einer Touristenregion arbeitet, verdient mehr Geld, als seine Landsleute „Upcountry“. Wie gesagt fast jeder. Augustin jedenfalls nicht. Daher konnte er seine Familie nie richtig unterstuetzen. Daher habe ich mit ihm mehrere grosse Lebensmittel-Spenden in den Busch gebracht. Zuletzt vor wenigen Tagen einen 25 Kilo-Sack Maismehl. Damit ist ihnen zwar nur fuer einige Monate geholfen, aber die Freude, die ich (bzw. Ihr, die gespendet habt!) erlebt habe, war unbeschreiblich. (siehe Bild 2930, 3095, 3096).

mail_29_norm_2930_kyanganiw.jpgmail_29_norm_3095_kyanganyw.jpgHab ich schon erzaehlt, dass ich jemanden in Nairobi „Kopfgeld“ angeboten habe, wenn er es schafft, mir meine geklauten Dinge wiederzubeschaffen? Er sagte darauf nur: Hakuna Matata – Kein Problem! Aber das heisst hier nichts, da dies eigentlich jeder Afrikaner sagt und bedeutet im eigentlichen Sinne, dass die Probleme jetzt erst anfangen, aber das sind andere Geschichten.
Und nach diesem ernsthaften Beitrag, koennen wir uns nun den unwichtigen Dingen widmen. Auf die grosse Schlussfrage aus Mail Nummer 27 „Aber wofuer brauch ich denn Zinkoxid?“ bekam ich folgende pfiffige Antworten:

1) Ach ja, die Sache mit dem Zinkoxid: Ehrlich gesagt hab’ ich keine Ahnung, aber ich meine ‘mal gehört zu habe das es gegen Durchfall sei (Hoffentlich gibts ‘nen Preis falls es richtig geraten ist).
2) Das Zinkoxid benoetigst du natuerlich, um eine kleinere Hautentzuendung in den Griff zu bekommen – oder, um es den Affen auf den Schwanz zu streuen (das moegen die naemlich gar nicht und belaestigen dich dann nachts nicht mehr).
3) Ich glaub, das benoetigt man zum binden von Quecksilber, oder?
4) Als Dein Zahnarzt hätte ich getippt, dass Du Zinkoxid (unter Chemikern mittlerweile gebräuchliche Schreibweise) für eine provisorische Füllung brauchst. Aber da ich mir keiner Schuld bewusst bin, fällt das wohl flach.
5) Zur Zinkoxydfrage kann ich leider nichts beitragen.
6) Das ist normal zum Streichen, so als Rostschutzmittel, oder war das Zink-Chromat?
7) Vielleicht gegen Insekten? Oder hat Dir jemand ans Bein Gepisst?
8) Zinkoxyd Salbenspray 200 ml Preis/Stk. 8,00, unterstützt die natürliche Regeneration der Haut, pflegt und schützt vor schädigenden Umwelteinflüssen z.B. Schweiß, Urin etc.

Antwort Nummer 8 stammt von Lemmi von den d-tunes, der damit den virtuellen „Zinkoxid-Ehrenpreis“ in Empfang nehmen kann. Mischa (Antwort Nummer 1), Du hast folglich falsch geraten und bekommst daher nix!
Die eigentliche Frage stammt uebrigens aus dem Film „The Kentucky Fried Movie“, in der eine ueberlastete Hausfrau in dem Kurzfilm „Zinkoxyd und Du“ erklaert bekommt, dass Zinkoxyd unser taegliches Leben bestimmt, ohne dass wir davon Notiz nehmen. Stimmt doch, oder?

Bis spaeter,

Normen

PS: Zinkoxid (ZnO) ist ein weißes Pulver, das sich beim Erhitzen gelb färbt und beim Abkühlen wieder weiß wird. Zinkoxid entsteht durch Verbrennung von Zink. Es kann aber auch durch Glühen des Zinkhydoxids, des Zinkcarbonats oder Zinknitrats gewonnen werden. Beim Rösten von Zinksulfid entsteht ebenfalls Zinkoxid. Zinkoxid wird als Malerfarbe (“Zinkweiß”), als Bestandteil pharmazeutischer Zinksalben und -pasten und als Zusatz bei der Vulkanisation von Kautschuk und Buna verwendet.

Wer sich so richtig schlau machen will, sollte sich folgendes Buch besorgen:
Untersuchungen zu Elektronenkonzentration und Leitfähigkeit von Zinkoxid-Schichten als Funktion des Sauerstoffpartialdrucks
(Heribert Matthes, Shaker Verlag)

Ich wusste, dass Euch das interessiert!

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